Hat das Wiener Marktamt keine anderen Sorgen? – Standler des Floridsdorfer Bauernmarktes haben ab sofort keinen Zugang mehr zur WC-Anlage.

Da staunten die Standler des Bauernmarktes auf dem Floridsdorfer Markt, die dort jeweils an Wochenenden ihre Produkte anbieten, nicht schlecht: Wer am vergangenen Freitag das den Standlern vorbehaltene Markt-WC aufsuchen wollte, stand vor versperrten Türen. Die Schlüssel, die jeder Bauernstand-Betreiber mit Genehmigung des Marktamtes hat, passten nicht mehr zu den Schlössern.

Diese hatte das Marktamt nämlich „über Nacht“ austauschen lassen. „Auf unsere Beschwerden erhielten wir vom Marktamt-Mitarbeiter vor Ort lediglich die Auskunft, dass wir trotz Jahrzehnte langer Praxis samt offizieller Genehmigung die WC-Anlage nicht mehr benützen dürfen. Diese bleibe ab sofort lediglich den Betreibern der festen Marktstände vorbehalten“, so die verärgerten Bauernstandler zu dem zu Hilfe gerufenen WIFF-Bezirksrat und Marktinsider Hans Jörg Schimanek. „Wir wurden auf die öffentliche WC-Anlage des Marktes verwiesen, die nur gegen Münzeinwurf benützbar ist. Uns allen geht’s da nicht um 50 Cent oder einen Euro, sondern ausschließlich um die Ungleichbehandlung gegenüber den anderen Marktkaufleuten.“, so „Käsemann“ Helmut Hofmann (siehe Foto). –
WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek will jetzt versuchen, diese Anordnung der Marktamtsspitze zu kippen: „Wir Floridsdorfer müssen froh sein, dass sich noch immer einige Unentwegte finden und an Wochenenden den Bauernmarkt betreiben. Derartige Maßnahmen sind wahrlich nicht dazu geeignet, die speziell von Bezirksvorsteher Papai (SP) immer wieder propagierte ‚Attraktivierung‘ des Floridsdorfer Marktes zu fördern. Info-Tafeln oder neue Lampen nützen kaum etwas, wenn man zugleich Bauernstandler verärgert und damit möglicherweise sogar vertreibt“, so der Bezirkspolitiker. Zugleich bezweifelt Schimanek, dass seitens des Marktamtes vor dieser Maßnahme eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt wurde: „Wie viele Jahre müssten die Standler künftig bei Benützung des öffentlichen WC’s jeweils 50 Cent Gebühr entrichten, bis die Kosten für den Schlössertausch wieder egalisiert werden? Wäre das Ganze nicht traurige Wahrheit, man müsste eigentlich an einen dummen Faschingsscherz denken“.