Hirnloser geht’s nimmer! – Magistrat vermietet neben alteingesessenem Friseurgeschäft leeres Geschäft – wieder an einen Friseur…

500.000 Schilling Ablöse hatte der Inhaber des Friseursalons „Friseur Hollywood“ vor Jahrzehnten für das von einer Schuhhändlerin übernommene Geschäftslokal in der Ladenzeile des Gemeindebaues „Conrad Lösch-Hof“ beim Floridsdorfer Markt bezahlt.

„Der damals amtierende Bezirksvorsteher Landsmann hatte mir zuvor zugesagt, dass es in der Ladenzeile seitens der Stadt Wien künftig keine Lokalvermietung an einen zweiten Friseur geben werde. Ansonsten hätten wir das Geschäft zu diesen Bedingungen gar nicht genommen“, so der damalige Firmenchef Heinz Capka. Nunmehr steht sein Sohn Michael Müllner vor der Tatsache, dass in Kürze nur ein Geschäft weiter ein von einem Neu-Österreicher betriebener Frisiersalon eröffnet wird. Ausgestattet mit einem Mietvertrag der Magistratsabteilung 35…
„Dazu kommt noch, dass die Mieten für Neumieter weitaus niedriger sind, als man sie für gleich große Geschäfte uns Altmietern vorschreibt. Ich frage mich jetzt: Will man durch solche Praktiken die heimische Geschäftswelt auf dem Floridsdorfer Markt komplett kaputt machen?“, empört sich Friseur Michael Müllner. –
WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, von der Familie Capka-Müllner mit dem Fall konfrontiert, sieht hier ein eklatantes Versagen der Magistratsabteilung 35, die für die Vergabe von Geschäftslokalen in Gemeindebauten zuständig ist: „Der gesamte Floridsdorfer Markt floriert seit Jahren nicht mehr so wie früher und der Bezirk bemüht sich jetzt intensiv um eine Attraktivierung. Mit solchen Vermietpraktiken ist die MA 35 aber drauf und dran, alle Bemühungen zur Belebung des gesamten Marktgebietes zunichte zu machen. Gerade im Bereich des Floridsdorfer Marktes sollte man bei Geschäftsvermietungen in öffentlichen Gebäuden – etwa in der Ladenzeile des „Conrad Lösch-Hofes“ – statt auf geschäftliche Monokultur auf einen breit gefächerten Brachenmix achten“, so Schimanek und fordert eine Rückabwicklung des Mietvertrages für das zweite Friseurgeschäft.