Husch-Pfusch-Einbahn Amtsstraße…

Seit einigen Wochen ist die Amtsstraße in Groß Jedlersdorf als Einbahn in Richtung stadtauswärts in Betrieb. Was u. a. auch zu erhöhten Durchfahrtsgeschwindigkeiten geführt hat. Und es wird – neben der Aufstellung einer „unsichtbaren“ Einbahntafel unter dem dichten Astbewuchs eines Baumes – immer deutlicher, dass es sich bei dieser gegen die Stimmen von WIFF im Bezirksparlament von SPÖ, ÖVP, Grünen und Neos beschlossenen „verkehrsberuhigenden“ Lösung um eine Husch-Pfusch-Aktion handelt.

Die nächst der Frauenstiftgasse erst etwa 30 Meter nach der Einfahrt in die Amtsstraße beginnende Einbahn ist dort nämlich mit nur einer einzigen, fast „unsichtbar“ rechtsseitig stehenden, Einbahntafel so schlecht beschildert, dass diese – abgesehen von der völlig unüblichen Platzierung – von vorbei fahrenden Lenkern kaum wahrgenommen werden kann. Bestärkt in der Annahme, in einer Gasse mit Gegenverkehr unterwegs zu sein, werden die Lenker dann auf Höhe der Kirche durch ein Verkehrsschild, das Gegenverkehr anzeigt.
 
„Wer etwa ein Heurigenlokal zum Ziel hat, dort aber mangels Parkplatz wendet und in Richtung Frauenstiftgasse retour fährt, ist sich keiner Schuld bewusst, wenn er von entgegenkommenden Lenkern ‚den Vogel‘ gezeigt bekommt oder von der Polizei angehalten und bestraft wird“, lautet die Kritik der beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald. –
 
WIFF war – wie berichtet – nach großer Zustimmung der Anrainer für eine Verkehrsberuhigung in der Amtsstraße in Form von „Durchfahrtverbot – ausgenommen Anrainerverkehr“ eingetreten. „Dies hätte für alle Verkehrsteilnehmer die Zufahrt, etwa zu Besuchen oder zu den Heurigenlokalen, ermöglicht, ebenso hätten sich die Winzer mit ihren Arbeitsfahrzeugen den Umweg über die Brünner Straße oder die Jedlersdorfer Straße erspart. Lediglich die reine Durchfahrt wäre untersagt worden“, so die beiden WIFF-Bezirkspolitiker und verweisen auf ein positives Beispiel etwa in der Donaustadt.
 
Die Begründung der Einbahn-Befürworter, die WIFF-Lösung sei nicht kontrollierbar, lassen Schimanek und Turtenwald jedenfalls nicht gelten. „Die neue Einbahn ist derzeit geradezu ein Hot Spot für die Funkwagen der Polizei. Wenn jetzt verstärkt kontrolliert und bestraft wird, wäre doch wohl auch eine fallweise Kontrolle nur durchfahrender Fahrzeuge möglich, bis sich die Situation eingespielt hat…!“
– Fotos: Franz Hödl.