In Wiens Spitälern: „Gangbetten, weil es zu wenig Pflegebetten gibt!“

Wenn vor allem in Gippezeiten Patienten in Wiener Spitälern in Gangbetten betreut werden müssen, redet sich die Wiener Politik stets auf den „plötzlichen Andrang“ aus.

„Doch auch in solchen Zeiten müsste es keine Betten auf unseren Gängen geben, ja mehr noch: In unseren Spitälern könnten wir zahlreiche überflüssige und teure Patientenbetten einsparen, wenn…, ja wenn wir nicht seit vielen Jahren akut kranke Menschen, sondern reine Pflegefälle betreuen müssten!“, erhielt WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek kürzlich bei zwei Spitalsbesuchen fasst gleichlautende Informationen von Ärzten und Stationsschwestern.
 
„Damit beweist sich einmal mehr, dass gewisse Bereiche der Wiener Stadtpolitik selbst seit Jahrzehnten schwer krank darnieder liegen. Die Tatsache, dass die Menschen auch in Wien immer älter werden, dürfte bei den Wiener ‚Zukunfstplanern‘ seit Jahrzehnten unbemerkt geblieben sein. So kommt es, dass Wien heute über deutlich zu wenig Geriatriezentren verfügt. Und auch zu wenig Pflegepersonal, da es ja auch zu wenig Ausbildungseinrichtungen gibt. Das Resultat solcher politischer Fehleinschätzungen: Teure Spitals-Akutbetten, belegt mit reinen Pflegepatienten, belasten Jahr für Jahr das Wiener Gesundheitsbudget“, schließt sich auch Bezirksrat Hans Jörg Schimanek dieser Kritik von Spitalsärzten und Pflegepersonal an.
 
„Man sollte derartige Fehlleistungen – auch nicht den Skandal um das SMZ Nord – jetzt nicht der nunmehrigen Gesundheitsstadträtin anhängen. Ich bin keinesfalls ein Verteidiger von Stadträtin Frauenberger, aber die Ursachen für den schwerkranken Wiener Gesundheitsbereich sind in den bereits Jahrzehnte währenden Fehlleistungen der gesamten Wiener Stadtpolitik zu suchen“, so Schimanek abschließend.