Interspar-Abbruch: WIFF fordert sofortiges Ende der Nachtarbeit

Interspar-Abbruch: Arbeiten „rund um die Uhr“! Anrainer über „unerträglichen nächtlichen Lärm“ empört. WIFF fordert sofortiges Ende der Nachtarbeit.

Seit mehreren Monaten ertragen die Anrainer die bei den Abbrucharbeiten des ehemaligen Interspar-Kaufhauses zwischen Am Spitz und Franz Jonas-Platz verursachte Lärm- und Staubbelästigung geduldig. „Wir haben den Lärm hingenommen, weil wir der Ansicht sind, dass auch künftig jede Einkaufsmöglichkeit im Bezirkszentrum erhalten werden soll. Und haben auch erduldet, dass die lautstarken Abbrucharbeiten schon kurz nach sechs Uhr früh begonnen haben und meist erst gegen Mitternacht eingestellt wurden. Aber nun wird es unerträglich. An manchen Tagen wird jetzt bereits rund um die Uhr abgebrochen“, so Anrainer Dipl. Ing. Josef K.

Auch zahlreiche weitere Anrainer sind über die Vorgangsweise der Behörde, die dem Abbruchunternehmen laut Polizei die Nachtarbeit genehmigt hat, empört. Ein Schlafen bei offenem Fenster sei ohnehin unmöglich und auch bei geschlossenen Fenstern dringe das Getöse der Bagger und der herabstürzenden Beton- und Mauerteile in die Wohnräume durch, so weitere Anrainer.Interspar6--5-15-Kopie

„Die Genehmigungen der Behörde für die Nachtarbeit an der Baustelle sind sofort zu widerrufen. Man darf doch nicht die nächtliche Ruhe der Bewohner und sogar drohende gesundheitliche Schäden den Interessen einer Abbruchfirma opfern, weil diese mit den Arbeiten offenbar in Verzug ist und Vertragsstrafen zu befürchten hat“, fordert WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und fragt: „Haben diese Genehmigungen vielleicht etwas damit zu tun, dass als Bauherr des neuen Kaufhausprojektes die Wiener Städtische Versicherung fungiert? Einem Normalsterblichen würde wohl nie und nimmer eine derartige Genehmigung erteilt werden, nur damit er mit seinen Arbeiten rechtzeitig fertig wird“…

Auch „in Sachen Asbest“ lässt WIFF nicht locker. „Die MA 22 kann noch so oft mitteilen, augenscheinlich keine Asbestvorkommen erkannt zu haben. Die Herkunft der zertrümmerten Platten, von denen wir Proben entnommen haben und die vom Umweltamt als asbethaltig befundet wurden, konnten die MA-Experten jedenfalls bisher nicht erklären“, sagt Bezirksrat Hans Jörg Schimanek. Und da das bisherige Abbruchmaterial im Untergeschoß des Areals zwischengelagert ist, fordert WIFF beim späteren Abtransport auf die Deponie eine Prüfung jeder einzelnen Fuhre. Es könne nicht sein, dass mögliches asbesthaltiges Material nicht – wie erforderlich – in Sondermülldeponien endgelagert wird, sondern auf normale Bauschuttdeponien kommt, so Schimanek abschließend.

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