Jedlesee: FAC-Sportanlage soll Wohnbau-Großprojekt weichen – Neues 5000-Besucher-Stadion soll mit Wohnungen umbaut werden – Trainingsplatz auf Wohnblock-Dach.

Wenn es nach den Plänen der derzeitigen Klubführung des traditionsreichen Floridsdorfer Fußballvereins FAC geht, soll die Sportanlage in der Jedleseer Hopfengasse mit ihrem derzeitigen Bestand bald Vergangenheit sein. Vor wenigen Tagen wurde namens der Funktionäre Thomas Wagenhofer (Präsident), Walter Brand (Obmann) und Herbert Tomasetig (Generalsekretär) – alle drei Herren übrigens sehr rege auch im Immobilienbereich aktiv – dem Vereinsvorstand und auch den Sponsorenvertretern ein geradezu utopisches Bauprojekt vorgestellt.

Dieses sieht auf dem derzeitigen Gelände zwischen Koloniestraße, Lokomotivgasse und Hopfengasse (siehe Luftbild Google Map) die Errichtung zweier großer Wohnblocks vor. Im Inneren des ersten Blocks soll ein neues, etwa 5.000 Zuschauer fassendes, rundum von Wohnungen umgebenes bundesligataugliches Stadion errichtet werden. Auf dem Dach des zweiten, zur Koloniestraße/Lokomotivgasse ausgerichteten, Wohnblocks soll ein Trainingsplatz installiert werden. Zwischen beiden Blocks sind in den Plänen der FAC-Führung einige Tennisplätze vorgesehen.
 
Dem Projekt zum Opfer fallen würde u. a. der dort ansässige eingeführte Restaurationsbetrieb und wunderschöne Grünanlagen.
 
„So interessant ein Stadionneubau links der Donau grundsätzlich auch sein mag, am derzeitigen Standort wird sich das wohl nicht verwirklichen lassen. Die Herren der Klubführung dürften sich bei ihren Überlegungen wohl zu sehr auf ihre „rote Rathaus-Connection“ verlassen und die bestehende Wohn- und Verkehrsinfrastruktur des gesamten Bereiches um den FAC-Platz völlig außer acht gelassen haben“, üben die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald deutliche Kritik an dem ihrer Meinung nach „völlig utopischen Projekt“.
 
Ein solches Vorhaben könne bestenfalls auf der sogenannten „grünen Wiese“, tunlichst im Bereich der Bezirksgrenze zwischen Floridsdorf und Donaustadt, keinesfalls aber inmitten von Wohngebieten verwirklicht werden. Jetzt sei – so Schimanek und Turtenwald – Bezirksvorsteher Papai (SPÖ) gefordert.
 
„Papai hat zu den von WIFF erst kürzlich aufgedeckten und ihm bis dahin völlig unbekannten Plänen einer Verbauung der großen Shell-Sportanlage zwischen Leopoldauer Straße und Steinheilgasse umgehend Stellung bezogen und sich klar und deutlich für einen Erhalt der Sportanlage ausgesprochen. Gleiches erwarten wir von WIFF vom Bezirksvorsteher auch im Namen der örtlichen Bevölkerung jetzt im Fall des FAC-Vorhabens“, so die beiden WIFF-Bezirkspolitiker. Zugleich erinnern sie Papai an dessen gemachte Erfahrungen anlässlich einer von Polizei und Bundesliga als „Hochsicherheitsspiel“ eingestuften Qualifikationsbegegnung um den Aufstieg in die 2. Liga: „Damals wurden Koloniestraße und Hopfengasse wegen der Fans für den gesamten Verkehr gesperrt, die Bewohner der benachbarten Wohnhausanlagen und Gartensiedlungen konnten lange Zeit nicht einmal zu ihren Garagen und Parkplätzen gelangen, zwei weitere solcher ‚Hochsicherheitsspiele‘ mussten damals vom vorgesehenen FAC-Platz in ein anderes Stadion verlegt werden“.
Fotos: FAC-Homepage, Google-Map, Franz Hödl.