Jüdischer Friedhof Ruthnergasse: Ein Schandfleck…

Der jüdische Friedhof in der Ruthnergasse ist mit Sicherheit nur wenigen Bezirksbewohnern bekannt – selbst bei der Israelischen Kultusgemeinde dürfte der Gottesacker bereits in Vergessenheit geraten sein.

„Anders ist der Zustand wohl kaum erklärbar. Dabei hat sich der Staat Österreich per Bundesgesetz (BGBl. I Nr. 99/2010) verpflichtet, der Kultusgemeinde ab Jänner 2011 für die Dauer von 20 Jahren jährlich bis zu einer Million Euro für die Pflege von jüdischen Friedhöfen zur Verfügung zu stellen.
 
Einzige Bedingung: Die IKG muss einen gleich hohen Betrag beisteuern, wobei sogar Eigenleistungen angerechnet werden“, wundert sich WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek nach einem gemeinsam mit Gerhard Doppler aufgrund von Beschwerden durchgeführten Lokalaugenschein.
 
„Da auch die Stadt Wien seit 2013 jährlich 863.000 Euro für die Pflege jüdischer Friedhöfe in der Stadt berappt, sollte doch eine entsprechende Sanierung in der Ruthnergasse durchaus drinnen sein. Vielleicht sogar in Form eines Projektes mit der Jüdischen Jugend in Wien, sozusagen als Eigenleistung“, so Schimanek und Doppler abschließend.
– Fotos: Gerhard Doppler.