„Kleines Glücksspiel“ an den „Einarmigen Banditen“: Große Gewinne auf Kosten der sozial Schwächsten – die schäbige Rolle der Politik…

„Kleines Glücksspiel“ an den „Einarmigen Banditen“. Große Gewinne auf Kosten der sozial Schwächsten! Die schäbige Rolle der Politik…
Sie müssen wohl über die „besten Drähte“ zur heimischen Politik in Bund und Ländern verfügen, die Herrschaften von Novomatic. Nichts ist gegen die jüngste Vergabe von zwei Kasino-Lizenzen an diesen österreichischen Spielautomatenerzeuiger einzuwenden – sofern bei der Entscheidungsfindung alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Wenn jedoch in Wien – wie ja deutlich erkennbar – das bevorstehende Ende des „Kleinen Glücksspiels“, der Betrieb von Spielautomaten, ausschließlich „zum Wohl“ von Novomatic oder Casinos Austria, erfolgt, muß man ohne Wenn und Aber das „Warum“ hinterfragen.

Bedenklich erscheint dabei der plötzliche „Werbedrang“ etwa von Novomatic, dem Betreiber mehrerer Automaten-Casinos, wie im Wiener Prater. Und ebenso bedenklich ist die unübersehbare Nähe zur heimischen Politprominenz. Es mag schon richtig sein, dass Novomatic mit der Automatenherstellung (in der Hauptsache für den Export) in Gumpoldskirchen sehr viele Arbeitsplätze sichert oder in den eigenen Automatenhallen Personal angestellt hat. Doch wie schaut die „Gegenrechnung“ dabei aus? Wie viele Existenzen wurden durch das Automatenspiel in den letzten Jahrzehnten bereits zerstört? Wie viele Familien kaputt gemacht? Und wie sieht die Zukunft jener spielsüchtigen Mütter aus, die schon am Vormittag mit dem Kinderwagen im Prater vor den Automaten sitzen?

Nachdem von der Sozialistischen Jugend anerkennenswerter Weise ein SP-Parteitagsbeschluß erzwungen worden war, in Wien das „Kleine Glücksspiel“ zu verbieten, wird dieser Erfolg nunmehr im Interesse der Automatenriesen total verwässert. Zwar wird der Betrieb von sogenannten „Einarmigen Banditen“ in den vielen kleinen Spielhallen künftig verboten sein, den „Großen“ hingegen wird gestattet, Hunderte Automaten in ihren Casinos zu betreiben. Hier wird der Gleichheitsgrundsatz wohl eindeutig mit Füßen getreten.

WIFF-Parteiobmann Hans Jörg Schimanek: „Jene Politiker in Bund und Ländern, die den Automatengiganten bei der Ausbeutung der sozial Schwächsten in unserer Gesellschaft – und dazu zählen nun einmal die meisten Automatenspieler – Vorschub leisten, sollten sich einmal der freiwilligen Verpflichtung unterziehen, an einer Klinik für Spielsüchtige nur eine Woche lang Erfahrungen zu sammeln. Ihre Entscheidungen würden mit Sicherheit anders als bisher ausfallen. Nämlich zugunsten der Menschen!“