Kleingartenanlage Großjedlersdorf: Streit um Zufahrt lässt Imker ans Aufgeben denken.

Seit rund einem Vierteljahrhundert betreibt der 64jährige „Charly“ Karl Hirschmugl auf seinem Grundstück im Kleingartenverein Großjedlersdorf an der Siemenstraße eine kleine Imkerei. Sehr zur Freude auch vieler Siedlungsbewohner, deren Blumenpracht in den Gärten zum Teil auch „Charlys“ Bienen zu verdanken ist.
Doch damit könnte bald Schluß sein, „denn ein vom Obmann direkt vor dem Garteneingang montierter Poller hat unseren Imker jetzt dazu bewogen, den Verkauf seiner Bienenvölker anzudenken“, so verärgerte Siedlungsbewohner in einem Hilferuf an WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, der sich umgehend vor Ort zur „Sachverhaltserkundung“ einfand und sich von Imker Hirschmugl die Situation schildern ließ: „Ich habe Haus und Garten extra deswegen erworben, weil das Grundstück über eine eigene Auffahrt verfügt, sodass ich etwa zum Transport der Bienenstöcke usw. direkt bis zu meinem Garteneingang zufahren und mein Auto dort abstellen kann, ohne jemanden zu stören. Doch was mir die vorigen Vereinsobmänner seit über zwanzig Jahren genehmigt hatten, hat laut dem neuen Obmann keine Gültigkeit mehr. Er hat mir genau vor meine Auffahrt einen Poller aufgestellt. Ich habe zwar daneben einen gemieteten Abstellplatz, der Transport der Bienenstöcke und anderer schwerer Gegenstände für die Imkerei dort hin ist aber für mich jedes Mal eine Qual. Leider hat man zuletzt auch mein Angebot, für meine Auffahrt ebenfalls Miete zu bezahlen, abgelehnt – jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als auf Käufersuche für meine Bienenvölker zu gehen“, so der völlig frustrierte Hobby-Imker.
„So weit darf es nicht kommen!“, ist Hans Jörg Schimanek (WIFF) überzeugt und appelliert an den neuen Siedlerobmann, sich mit „Charly“ Hirschmugl noch einmal an einen Tisch zu setzen: „Dem Herrn Obmann muss doch die Blütenpracht in ’seiner’ Siedlung ebenfalls am Herzen liegen, daher kann ein Verschwinden von ‚Charly‘ Hirschmugls Bienenvölkern aus der Gartensiedlung doch keinesfalls in seinem Interesse sein“, so Schimanek, der eine Befragung aller Siedler vorschlägt – Fotos: Franz Hödl.