Krankenanstaltenverbund der Stadt Wien wurde zu einem „Sumpf mit hohen Gagen und Führungschaos“  –  WIFF: „SMZ Nord übertrifft den AKH-Skandal bei weitem“

 Der jüngst an die Öffentlichkeit gelangte Rohbericht der Rechnungshofes zum Zustand des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) inklusive Krankenhausneubau SMZ Nord in der Brünner Straße hat vor allem im Wiener Rathaus ein „mittleres Erdbeben“ ausgelöst. Denn was der Rechnungshof bei seiner Prüfung ans Tageslicht gebracht hat, übertrifft auch die schlimmsten Befürchtungen und lässt den berüchtigten AKH-Skandal in seinen Dimensionen geradezu verblassen. Treffender als es etwa der Kurier“kürzlich unter dem Titel: „Hohe Gagen und Führungchaos“ , die Kronenzeitung, Die Presse etc. teils ganzseitig veröffentlicht haben, kann man die Situation wohl kaum charakterisieren. „Um 24.000 Euro Monatsgage wie die des deutschen KAV-Generaldirektors wäre es im Spitalswesen auch völlig ahnungslosen Leuten wohl ebenso gelungen, den Karren derart an die Wand zu fahren“, ist auch WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek überzeugt. Er kennt die „Geschichte“ des SMZ Nord schon seit der Jahrhundertwende, als Stadträtin Brauner (SPÖ) sogar auf Plakaten noch großspurig die Fertigstellung des SMZ Nord für das Jahr 2011 angekündigt hatte.

„Nach den gravierenden Fehlern schon ab der ‚verunglückten‘ Erstausschreibung des Projektes und der Auswahl des nunmehrigen und wohl unsinnigsten Standortes gipfelten die Fehlleistungen der Politik in der Bestellung des Generaldirektors. Der aus Deutschland kommende Manager sollte den Krankenanstaltenverbund auf Vordermann bringen und den Krankenhausneubau in die richtigen Bahnen lenken. Und ist damit eindeutig gescheitert!“, kritisiert Schimanek KAV-Manager Udo Janßen, aber vor allem die Rathauspolitik. „Denn Janßen wollte den KAV nach einem System sanieren, mit dem man im deutschen Krankenhauswesen kurz zuvor kläglich gescheitert war“, so Schimanek. Seine Forderung: „Hier darf man sich aber nicht nur mit dem Abputzen am KAV-Management begnügen. Auch jene Politvertreter, die durch ihre vielen Fehl- bzw. Nichtentscheidungen federführend für das längst im Vorkoma liegende Wiener Gesundheitswesen insgesamt zuständig waren und sind, müssen zur Verantwortung gezogen werden!“

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