KRANKENHAUSPOSTEN IN WIEN EXPLODIEREN: MITVERANTWORTLICH SIND ZAHLUNGEN AN DAS PERSONAL OHNE LEISTUNG

Die Kosten in den Wiener Krankenhäusern und Pensionisten- bzw. Pflegeheimen, für die der Krankenanstaltenverbund verantwortlich ist, steigen offenbar ins Uferlose(siehe unterstehender Bericht von Richard Schmitt). Mitverantwortlich ist auch das „großzügige“ Gehaltssystem des KAV. Dort erhalten beispielsweise Krankenschwester, Pflegerinnen oder Hilfspfleger usw. die ja bereits lange im Voraus fixierten Nachtdienste und Wochenenddienste auch dann bezahlt, wenn sie im  Krankenstand sind.

„Solche Geschenke verleiten natürlich immer wieder zu Krankenständen, die in Wahrheit gar keine sind. Aber was will ein Arzt denn Verordnen, wenn etwa über Rückenschmerzen geklagt wird“, so ein leitender KAV-Mitarbeiter zu WIFF – Wir für Floridsdorf. Angesichts solcher Praktiken scheint es nicht verwunderlich, dass im Bereich des KAV die Krankenstandsrate geradezu „unanständig“ hoch ist. „Zum Handkuss kommen jene korrekten MitarbeiterInnen, die dann oft doppelte Arbeit leisten müssen. Und wenn es gar nicht mehr geht, muss Ersatzpersonal eingesetzt werden, was ja auch kostet. So muss der KAV also für eine Leistung gleich doppelt bezahlen.

Beim KAV denkt man gar nicht an eine „Systemänderung“. „Die Bezahlung von nicht geleisteten  Nachtdiensten usw. zählt als fixer Bestandteil des Gehalts“, heißt es dort. Und die Gewerkschaft spricht sogar von „wohl erworbenen Rechten“.

Wir von WIFF-Floridsdorf fordern für das Personal in den Wiener Krankenhäusern leistungsrechte Entlohnung – aber keine Bezahlung von Nichtleistungen! Denn sonst kommt der Kollaps im Wiener Krankenanstaltenwesen früher als manche sich  vorstellen können.

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