Kriminalität: „Samthandschuhe“ der Justiz sorgen für Empörung.

Fahrräder, Uhren, Armbänder, Halsketten, Uhren, Laptops, Tablets und Mobiltelefone sowie professionelles Einbruchswerkzeug hat die Wiener Polizei kürzlich anlässlich der Verhaftung einer fünfköpfigen mutmaßlichen Profi-Einbrecherbande aus der Slowakei sichergestellt (siehe Berichte in Heute, Kronenzeitung, Österreich). Als die Beamten das Quintett nach der Einvernahme schließlich in die Justizanstalt Josefstadt überstellen wollten, glaubten sie beim Lesen der per Mail eingegangenen Anordnung der Staatsanwaltschaft ihren Augen nicht trauen zu dürfen. Stand da doch klar und deutlich zu lesen, die Bande sei freizulassen und auf freiem Fuß anzuzeigen.

„Derartige dem Sicherheits- und Gerechtigkeitsempfinden einer überwiegenden Mehrheit entgegen stehende Entscheide der Staatsanwaltschaft empören nicht nur anständige Bürger, sondern dienen mit Sicherheit auch nicht dazu, unsere Polizei in ihrer Leistungsbereitschaft besonders zu motivieren“, üben auch die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald nach Gesprächen mit verärgerten Bürgern und Polizisten deutliche Kritik an dieser „hoffentlich nur unüberlegten Entscheidung“ der Staatsanwaltschaft Wien.
 
Mit Sicherheit werde die gerichtliche Aufarbeitung des Falles den Steuerzahlern jetzt deutlich mehr kosten, als eine sofortige Verhaftung sowie U-Haft samt letztlich mutmaßlicher Verurteilung, ist Schimanek überzeugt und zeichnet folgendes Szenario: „Die ‚Fünferbande‘ hat sich inzwischen nach Hause vertschüsst und wartet garantiert nicht besonders aufmerksam auf die Vorladung nach Wien zur Verhandlung. Weshalb anzunehmen ist, dass diese Verhandlung zwecks neuerlicher Ladung unter Androhung der behördlichen Zwangsvorführung vertagt werden muss. Ob diese Androhung dann die erwünschte Wirkung haben wird, darf wohl bezweifelt werden. Was wiederum bedeutet, dass es zu einer weiteren Vertagung des Prozesses kommen würde. Und letztlich ist noch gar nicht sicher, dass es nach Anberaumung einer neuerlichen Verhandlung und einem für eine Zwangsvorführung erforderlichen Rechtshilfeansuchen an die Slowakei den dortigen Behörden gelingt, die fünf mutmaßlichen Täter auch dingfest zu machen und nach Wien zu überstellen“, so der WIFF-Bezirkspolitiker.
 
Er fordert jetzt eine detaillierte Aufarbeitung des bisherigen Sachverhalts „samt anschließender Belehrung der Damen und Herren Staatsanwälte unter dem Motto: ‚Wie man es nicht machen soll…'“