Marktstandler wehren sich weiter gegen erzwungene Öffnungszeiten von 15 bis 18 Uhr – Am 8. August: Treffen von Wirtschaftskammer und „Marktstadträtin“ Sima.

Immer höher gehen bei den Wiener Marktstandlern – und damit auch auf dem Floridsdorfer Markt – die Wogen der Erregung über die in der künftigen Wiener Marktordnung zwingend vorgeschriebenen Öffnungszeiten von 15 bis 18 Uhr. Von „Standlerstreik“ bis „Da sperre ich zu!“ lauten die Proteste der Kaufleute, die sich mittlerweile wienweit zu einem Verein mit anwaltlicher Betreuung zusammen geschlossen haben.

„Dass Standbesitzer ihre Geschäfte nie öffnen und nur als Lager oder zur Produktion nutzen, geht nicht an. Dafür aber, dass wir gezwungen werden sollen, unsere Stände trotz fehlender Kundschaft in der Zeit von 15 bis 18 Uhr geöffnet zu halten und damit ein tägliches Defizit allein durch die Lohnkosten selbst für nur eine einzige Verkäuferin in Kauf zu nehmen, dafür fehlt uns jedes Verständnis“, so mehrere Marktkaufleute zu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.
 
Dieser appelliert an die zuständige Stadträtin Sima, bei den für 8. August terminisierten Gesprächen mit der Wirtschaftsammer doch noch einzulenken: „Zuerst sollten seitens des Marktamtes und der Stadtpolitik zur Belebung etwa des Floridsdorfer Marktes die erforderlichen Hausaufgaben gemacht werden. So zum Beispiel mit einem einstündigen Gratisparken, wie dies anderswo längst üblich ist. Oder mit einer Einführung der von WIFF per Antrag längst geforderten Kurzparkzone im derzeitigen, von Montag bis Donnerstag völlig unsinnigen, Halteverbot entlang des Bauernmarktbereiches. Gemeinsam mit einer gezielten Werbeaktion der Wirtschaftskammer würde dies dann mit Sicherheit zu einer ersten deutlichen Belebung des Marktes beitragen und die Standler letztlich zu einem freiwilligen Offenhalten auch in der Zeit von 15 bis 18 Uhr bewegen“. –
 
Bildtexte: Traditions-Pferdefleischer Rudolf Schüler und Qualitäts-Fleischer Andreas Trailer: „Wenn die Öffnungspflicht von 15 – 18 Uhr bei sonstiger Strafe kommt, sperren wir zu!“ (Foto 1 und 2) – Parkplatzvernichtung entlang des Wochehend-Bauernmarktbereiches (Foto 3) – WIFF-Forderung nach einer Stunde Gratisparken auf dem Floridsdorfer Markt wird auch von den Marktkaufleuten und den meisten Marktkunden voll unterstützt (Foto 4).