Mega-Skandal SMZ Nord: Die wahren Verantwortlichen bleiben nach wie vor unbehelligt!

Schimanek (WIFF): „Schon die Standortentscheidung war der Beginn allen Übels!“

Zeit zum Aufatmen dürften derzeit einige Herrschaften der ehemaligen und auch nunmehrigen roten Führungsriege im Rathaus und bei der Wiener SPÖ haben. Denn mit den Schlagzeilen in Presse, Funk und Fernsehen über einen 95.000 Euro teuren „Energetik-Auftrag“ an einen ehemaligen Autohändler entfernen sich die Kritiker immer weiter vom „Kern des Pudels“.
 
Mit dieser Posse wird im „Kriminalfall SMZ Nord“ auch das öffentliche Interesse immer weiter von den tatsächlich wichtigen Themen, wie etwa politischem und fachlichen Dilettantismus bis hin zu möglicher Korruption, abgelenkt. WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek ist nach bis zur Jahrtausendwende zurück reichenden Recherchen überzeugt: „Der Ursprung dieses MEGA-Skandals ist bereits in der Auswahl des Standortes für das neue Krankenhaus zu suchen. Es gibt einfach keinen vernünftigen Grund, ein solches Krankenhaus auf engstem Raum zwischen zwei Bahnlinien, noch dazu nur wenige Meter entfernt von einer stark frequentierten Güterzugtrasse, zu errichten. Zudem auf dem Gelände eines ehemaligen Kriegsbahnknotens, wo bis 1945 beim Reinigen zehntausender Ölwaggons die Ölreste direkt in den Erdboden entsorgt wurden. Kein Wunder, dass man dort, wo ab 1943 auch wahre Bombenteppiche der Alliierten niedergegangen waren, nach den ersten Erdaushubarbeiten für das SMZ Nord zwar unzählige Blindgänger-Bomben gefunden hat, ob des verseuchten Bodens aber die Errichtung einer Tiefgarage unmöglich war“.
 
Dabei stand zumindest ein sinnvollerer Standort für den Spitalsneubau zur Auswahl. Dieser Vorschlag lautete damals, das Krankenhaus-Projekt auf dem Gelände des derzeitigen Stammersdorfer Heeresspital zu verwirklichen und das Heeresspitals selbst in den Neubau zu integrieren. „Trotz positiver Beurteilung durch das Bundesheer wehrte man sich bei der Stadt Wien, speziell auch Stadträtin Brauner (SPÖ), damals mit Händen und Füßen gegen diesen Vorschlag – es musste unbedingt das PORR&ÖBB-Projekt des der SPÖ zugehörigen damaligen Generaldirektors Pöhacker den Zuschlag bekommen“, so Schimanek und ist überzeugt: „Wäre der Standort Stammersdorf zum Zug gekommen, hätten wir heute längst die Verlängerung der U6 zumindest in günstig zu errichtender Hochlage a lá U2 bis zu einer großen Park&Ride-Anlage auf dem sogenannten Rendezvousberg“.
 
Als „spannend“ bezeichnet der Floridsdorfer Bezirkspolitiker auch die Tatsache, dass seitens der Stadt Wien seinerzeit das Eröffnungsdatum für das SMZ Nord für das Jahr 2011 (Presseaussendung StR. Brauner) kundgetan worden ist. „Ich selbst habe 2006 am Eingang zur Orthopädischen Klinik Gersthof auch ein Plakat gesehen, auf dem die Schließung der Klinik und deren Übersiedlung in das neue SMZ Nord für das Jahr 2011 angekündigt war. Gezeichnet war der Text von der damaligen Gesundheits- und Sozialstadträtin Renate Brauner(SPÖ). Auf meine diesbezügliche Nachfrage bei Klinikchef Prof. Zweymüller begleitete mich damals der Professor sofort zum Eingang und zeigte sich nach Lektüre des Plakattextes höchst erbost. Er hatte davon noch gar nichts gewusst…“, erinnert sich Schimanek.
 
Jetzt sei es hoch an der Zeit, „endlich bis zum Ursprung in die Materie SMZ Nord einzutauchen und lückenlos alle Ungereimtheiten nicht nur der jüngsten paar Jahre ans Tageslicht zu bringen. Die Steuerzahler haben ein Recht darauf zu erfahren, wer ihnen diesen sündteuren Skandal eingebrockt hat. Und sie haben auch ein Recht darauf, dass die Verantwortlichen, bis hinauf in die Politetagen, zur Verantwortung gezogen werden“, so Schimanek abschließend.