Mißmanagement von Politik und Krankenanstaltenverbund: Leere Krankenzimmer, aber unzählige Gangbetten – Wegen Personalmangel: Ärzte, Schwestern und Pfleger „laufen auf dem Zahnfleisch“…

„Das Wiener Gesundheitsressort benötigt – dies wird jetzt fast täglich deutlicher – dringend einen Wunderheiler. Die derzeit vor allem an den städtischen Spitälern herrschenden Zustände, die von Experten zum Teil als geradezu dilettantisch bezeichneten sogenannten Umstrukturierungspläne oder die sich häufenden Skandale um den Neubau des SMZ Nord in Floridsdorf beweisen, mit welcher Überheblichkeit man seitens der politisch Verantwortlichen und der KAV(Krankenanstaltenverbund)-Spitze die eigene Untätigkeit, ja sogar Ahnungslosigkeit, kaschiert. Auf der Strecke bleiben letztlich nicht nur die Patienten selbst, sondern auch das medizinische Personal in den Krankenhäusern“, stellen die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald nach ihren jüngsten Besuchen im SMZ Ost, im Floridsdorfer Krankenhaus, im Wilhelminenspital und in der Rudolfsstiftung fest.

„Wegen Personalmangel aufgrund sogenannter ‚interner Umstrukturierungsmaßnahmen‘ stehen in manchen Häusern viele Krankenzimmer, ja sogar ganze Abteilungen, leer, während wenige Meter weiter Patienten auf den Gängen liegen müssen. Die Folge ist eine nicht erst aufgrund der jüngsten Grippewelle vorhandene eklatante Überbelastung des Ärzte- und Pflegepersonals, was wiederum eine erhöhte Zahl an Krankenständen bedeutet. Und wenn uns eine Stationsschwester hinter vorgehaltener Hand sagte: ‚Wir alle haben unsere Leistungsgrenze längst überschritten und laufen hier langsam schon auf dem Zahnfleisch!‘, ist dies angesichts unserer hier gemachten Beobachtungen keinesfalls übertrieben“, so BR Hans Jörg Schimanek und wundert sich nicht, dass da und dort Ärzte, Schwestern oder Pfleger an Selbstkündigung denken oder bereits gegangen sind.

Fraglich ist jetzt, ob Bürgermeister Häupl die Negativspirale, in der sich Wien auch finanziell zur Zeit befindet, bremsen kann. Immerhin hat er neben dem desolaten Gesundheitsbereich mit dem Wohnen-Ressort samt „Wiener Wohnen“ noch einen zweiten skandalträchtigen und darob sündteuren Klotz zu stemmen. „Hier müsste der Bürgermeister einfach ‚tabula rasa‘ machen, die beiden Ressorts entpolitisieren und statt Politfunktionären echte Fachleute ans Werk gehen lassen. Und vor allem auch das Herz haben, den Wienerinnen und Wienern offen und ehrlich das dringende Erfordernis entsprechender Sparmaßnahmen zu verdeutlichen. Weiterhin Zuckerbrot, Spiele und dubiose Fördermillionen zu verteilen, käme nämlich unweigerlich einer strafrechtlich relevanten ‚vorsätzlichen Krida‘ gleich“, so Schimanek und Turtenwald abschließend.