Nach Anfeindungen gegen WIFF: „Wir sind stolz, einem tüchtigen Schwarzafrikaner zur österreichischen Staatsbürgerschaft verholfen zu haben!“

Wenige Stunden nachdem „Kronenzeitung“ und „Heute“ darüber berichtet hatten, dass WIFF – Wir für Floridsdorf einem aus Kamerun stammenden Schwarzafrikaner behilflich war, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erlangen, sahen sich die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald bereits mit harscher Kritik einiger Mitbürger konfrontiert. „Wir sind keinesfalls kritikresitent, in diesem Fall weisen wir allerdings alle negativen Beurteilungen unseres Handelns deutlich zurück. Im Gegenteil: Welchem Ausländer denn, wenn nicht dem 27jährigen Reagan A. E. gebührt die Staatsbürgerschaft unseres Landes!“, so die beiden Bezirkspolitiker und präsentieren hier den gesamten Sachverhalt dieser Geschichte, die dem Magistrat der Stadt Wien nicht gerade zur Ehre gereicht, zur öffentlichen Beurteilung:

 
Reagan A. E. kam 2004 als 12jähriger Bub nach Österreich, nachdem seine Mutter einen Österreicher geheiratet hatte, mit dem sie nach wie vor in aufrechter Ehe lebt. Er besuchte hier die Sportmittelschule in Simmering und in der Oberstufe die HTL, die er allerdings nach dem negativen Abschluss der 2. Klasse wieder verließ, um in einem Fachbetrieb eine Lehre mit Fachrichtung „Installations- und Gebäudetechniker/Hauptmodul Gas- und Sanitärtechnik“ erfolgreich zu absolvieren. Ein Jahr danach legte Reagan A. E. neben seiner beruflichen Tätigkeit erfolgreich die Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf „Installations- und Gebäudetechniker/Hauptmodul Lüftungstechnik“ ab und ein Jahr später erfolgte die positive Abschlussprüfung im nunmehr dritten Lehrberuf „Kälteanlagentechniker“.
 
2016 absolvierte der junge Mann überdies an der TÜV-Austria Akademie die Ausbildung zum „Sprinklerwart“ und danach die Ausbildung zum „Brandschutzbeauftragten“. Im selben Jahr folgten die Ausbildungen am WIFI in den Bereichen „Mess-, Steuer- und Regeltechniker“ sowie Fachrichtung „Überprüfungsorgane gemäß Wiener Feuerpolizei- und Luftreinhaltegesetz“.
 
Derzeit absolviert Reagan A. E. die zweite Klasse der Werkmeisterschule – und das alles neben seiner beruflichen Tätigkeit bei der Fa. PKE Facility Management GmbH., wo man voll des Lobes über den strebsamen Mitarbeiter ist und dessen Können auch mit einem guten Job samt 2.800.– Euro Monatsgehalt honoriert. Was Reagan A. E. auch die Anschaffung einer Genossenschaftswohnung ermöglichte.
 
Schon zu Beginn seiner ersten Lehre hatte sich der junge Mann vorgenommen, einmal selbst einen Betrieb zu gründen. Und da ihm damals Freunde den Rat gaben, dies sei als Österreicher leichter denn als Ausländer, bewarb er sich als 21jähriger 2013 bei der Stadt Wien (MA 35) um die Erteilung der österreichischen Staatsbürgerschaft. Fünf Jahre danach – 2018 – flatterte eine Mitteilung der MA 35 ins Haus, in der ihm mitgeteilt wurde, dass seinem Ansuchen nicht Folge geleistet werden könne. Begründung: Dreimaliges Schnellfahren (zwischen acht und 21 km/h überhöht) auf der Donauuferautobahn bzw. eine Bestrafung wegen Telefonierens am Steuer ohne Freisprecheinrichtung. Es könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass der Antragsteller keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstelle.
 
Über Empfehlung eines Floridsdorfer Freundes wandte sich Reagan A. E. schließlich an WIFF mit der Bitte um Unterstützung, wonach sich die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald aktiv in den Fall einschalteten: „Unsere persönliche Vorsprache bei der MA 35 blieb leider erfolglos, sodass wir unter Vorweis einer entsprechenden Vollmacht um Ausfertigung eines offiziellen Bescheides ersuchten, der dem Betroffenen schließlich mit dem schon zuvor angekündigten negativen Ergebnis zugestellt wurde. Danach verfassten wir gemeinsam mit Reagan eine Berufungsschrift an das Verwaltungsgericht, wo schließlich in einer Verhandlung der nicht mehr anfechtbare Urteilsspruch erfolgte: ‚Reagan A. E. ist ab sofort österreichischer Staatsbürger'“, so Schimanek und Turtenwald abschließend mit der Feststellung: „Wenn man betrachtet, wer bei uns aller in den letzten Jahren die Staatsbürgerschaft verliehen bekommen hat – etwa jene Hollywoodgröße, die erst kürzlich überaus abfällige Absonderungen über unser Land und unsere Regierung von sich gegeben hat – dann stellen wir in Sachen Staatsbürgerschaftsverleihung an Ausländer nochmals unmissverständlich fest: ‚Wer denn, wenn nicht Reagan A. E., hat sich eine solche Auszeichnung verdient!“ – Foto: Franz Hödl.