Nach Betrugsvorwürfen und Fördersperre der Stadt gegen Privatkindergartenverein „Alt Wien“: 2.276 Kinder ab Montag ohne Kindergärten –  In Floridsdorf protestieren Eltern von 125 Kindern gegen Schließung

6,6 Millionen Euro soll der Betreiber der Privatkindergärten „Alt Wien“ der Stadt schulden, Kontrollen hätten ergeben, man habe „in schwerwiegender Weise gegen Vertragspflichten verstoßen“.  Jetzt hat die Magistratsabteilung 10 einen sofortigen Förderstopp über die Kindergärten „Alt Wien“ verhängt. Dies bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass alle „Alt Wien“-Kindergärten ab kommenden Montag – nach nunmehr 50jährigen Betrieb – geschlossen und rund 2.276 Kinder und deren Eltern davon betroffen sein werden. Im Floridsdorfer Kindergarten „Alt Wien“ auf dem Leopoldauer Platz versammelten sich daher die Eltern von 125 dort betreuten Kindern und deren Betreuerinnen zu einem gemeinsamen Protest gegen die Schließung ihres Kindergartens.

„Man kann doch nicht Fehlleistungen und langjährig offenbar fehlende Kontrolle durch die Stadt Wien als Fördergeber jetzt auf dem Rücken der Kinder, Betreuerinnen und Eltern austragen“, lautet der einhellige Tenor bei den Betroffenen. – Auch WIFF – von besorgten Eltern um Unterstützung ersucht – war, vertreten durch Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und Vorstandsmitglied Raimund Nowak, vor Ort.

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Schimanek: „Es gilt jetzt rasch zu handeln, damit der Kindergartenbetrieb bei uns in Leopoldau am Montag weiter geht. Ich glaube, es würde uns als Bezirk gut anstehen, würde die Bezirksvertretung aus dem Bezirksbudget vorerst einmal auf die Dauer von vier Wochen den Finanzbedarf des Betriebes garantieren. Bis dahin muss es dem zuständigen Ressort von Stadträtin Frauenberger (SPÖ) doch wohl möglich sein, eine Gesamtlösung für die Kindergärten ‚Alt Wien‘ zu erreichen. Aber nicht in der Form, dass die Kinder jetzt in viele andere Kindergärten aufgeteilt würden. Das darf man den Kleinen nicht antun. Hier gilt es, die bestehende Infrastruktur von ‚Alt Wien‘ zu erhalten“. Zudem habe ja auch das zuständige Ressort in der Stadtregierung eine nicht unbedeutende Mitschuld an der Situation. „6,6 Millionen sind ja kein Kleingeld, hier haben die offensichtlich ungeeigneten Kontrollmechanismen total versagt, die verantwortlichen Personen beim Magistrat ihre Arbeit einfach ungenügend erledigt“, so Schimanek. Dafür jetzt Kinder büssen zu lassen, wäre absolut letztklassig.KG-Alt-Wien1

Schimanek hat über die Vorfälle auch den im Ausland befindlichen Bezirksvorsteher Papai (SPÖ) über dessen Büro informiert. „Ich bin überzeugt, für die von WIFF vorgeschlagene Zwischenlösung würde Papai  bei einem Telefonrundruf von den übrigen Klubobmännern der im Bezirksparlament vertretenen Fraktionen einstimmig ‚Grünes Licht‘ erhalten“.KG-Alt-Wien-3