Nach neuerlichen Fehlleistungen von „Wiener Wohnen“: Empörte Mieter machen mobil – Mietzinsreduktion gefordert.

Zahlreichen Mietern im Gemeindebau Justgasse 29 in Floridsdorf reicht es: Nach immer neuen Fehlleistungen von „Wiener Wohnen“ wollen sie – vorerst in Form eines Einzelfalls – via Rechtsschutzversicherung eine zeitlich limitierte Reduzierung des Mietzinses vor Gericht erwirken. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat der jüngste Schildbürgerstreich: Im Oktober des Vorjahres – siehe auch wiff21.at – wurden die von den Mietern mit nur jeweils einem Schlüssel sperrbaren Zylinder der Stiegeneingangstür, der Kellerzugangstür und des im Freien befindlichen Müllplatzes ausgetauscht. Die Schlüssel selbst wurden den Mietern am 24. Oktober abverlangt, zugleich die Rückgabe binnen zehn Tagen sogar schriftlich zugesagt.

„Mittlerweile haben wir Mitte Februar und Haustor samt Kellerzugang stehen wegen Fehlens der Schloßzylinder nach wie vor Tag und Nacht sperrangelweit offen. Kein Wunder, dass vor allem ältere Personen nachts bei jedem Geräusch aufschrecken und praktisch rund um die Uhr Angst haben“, bringen die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald die an sie heran getragenen Sorgen vieler Mieter auf den Punkt. Und warten schon mit dem nächsten Schildbürgerstreich, „Marke ‚Wiener Wohnen'“ auf: „Da infolge des binnen zehn Tagen zugesagten, aber nach wie vor ausständigen Zylinderaustausches der seit Oktober ebenfalls nicht sperrbare Müllplatz auch so manche ‚Mülltouristen‘ angelockt hatte, hat man in die Tür vergangene Woche kurzerhand einen neuen Zylinder eingebaut und die Tür versperrt.
 
So weit, so schlecht: Vergessen hat man nämlich, dass die betroffenen Bewohner nach wie vor keine Schlüssel erhalten haben und daher der Müll leider einfach vor der versperrten Müllplatz-Tür abgelagert wurde. Und weil der Einbau neuer Zylinder für Stiegeneingang und Keller samt Schlüsselrückgabe nach wie vor nicht erfolgt ist, blieb ‚Wiener Wohnen‘ letztlich nichts anderes übrig, als die neuen Zylinder der Müllplatztür wieder auszubauen“, so Schimanek.
 
Er und sein Bezirksratskollege Ossi Turtenwald abschließend an die Adresse von Wohnen-Stadträtin Gaal (SPÖ): „Angesichts der seit Jahren immer wieder an WIFF heran getragenen Vorfälle in unseren Floridsdorfer Gemeindebauten ist mit Sicherheit nicht anzunehmen, dass es sich hier um einen Einzelfall handelt. Vielmehr stellt sich die Frage, wie viel Geld der Wiener Steuerzahler durch solche und ähnliche Fehlleistungen im Bereich ‚Wiener Wohnen‘ Jahr für Jahr verplempert wird!?“ –
Fotos: Walter Haas, Franz Hödl.