Nach Verhaftung von Balkan-Mafia-Boss in Wien: Ablehnung eines Auslieferungsbegehrens Serbiens durch die österreichische Justiz stößt in der Öffentlichkeit auf Unverständnis und Empörung.

„Drogenhandel im großen Stil, mindestens drei Mordanschläge, Folter als Geschäftspraktik“ wird dem nach einem über Verlangen Serbiens weltweit gesuchten und kürzlich in Wien verhafteten Westbalkan-Mafia-Boss Dario D, alias „Dexter“ vorgeworfen. Doch weil der Mann auch in Wien in einem Ottakringer Keller ein in Ungnade gefallenes Clan-Mitglied Tage lang gefoltert haben soll, will die österreichische Justiz einem Auslieferungsbegehren Serbiens nicht nachkommen (siehe „Kronenzeitung-Bericht“ vom 25. Juli, Seiten 18/19).

„Kein Wunder, dass eine solche Vorgangsweise nicht nur bei der ‚Krone‘-Leserschaft, sondern beispielsweise an den Floridsdorfer Stammtischen und einer breiten Öffentlichkeit großes Unverständnis, ja Empörung ausgelöst hat“, schließt sich auch WIFF-Parteiobmann und Bezirksrat Hans Jörg Schimanek der lautstarken öffentlichen Kritik an und schlägt vor: „Statt den Mafia-Boss in Österreich wegen eines im Vergleich zu den ihm von Serbien vorgeworfenen Straftaten mit einer deutlich niedrigeren Strafe belegten Deliktes vor Gericht zu stellen und dann das eine oder andere Jahr in einer – im Vergleich mit den serbischen Gefängnissen – österreichischen ‚Justizvollzugsanstalt mit Pensionscharakter’ auf Steuerzahlers Kosten durchzufüttern, gehört der Mann sofort an Serbien ausgeliefert. – Unbenommen bliebe es unserer Justiz ja, für den Falle eines – angesichts der in Serbien vorliegenden Beweislast allerdings eher unwahrscheinlichen – Freispruchs bzw. einer nur geringfügigen Haftstrafe eine anschließende Rückauslieferung nach Österreich zu vereinbaren“.