Nach „Wiener Wohnen“-Horror: Behinderter hat wieder lebenswertes Zuhause

Ein halbes Jahr musste der schwerbehinderte Marcel S. nach einem verpfuschten Installateureinsatz in seiner Gemeindewohnung in Floridsdorf auf einer „Baustelle“ leben. Jetzt kann er Gott sei Dank wieder lachen.

Dazu hier die Einzelheiten: Eine von „Wiener Wohnen“ beauftragte Firma sollte kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres einen Feuchtigkeitsschaden beheben, entfernte dabei die Fliesen der Dusche, durchbrach zur Freilegung der Rohrleitungen die Mauer zwischen Dusche und Küche um letztlich festzustellen, dass die Feuchtigkeit lediglich auf eine defekte Silikonabdichtung der Brausetasse zurückzuführen sei. Nach erfolgter Abdichtung verschwanden die Arbeiter unter Zurücklassung der gesamten Baustelle auf Nimmerwiedersehen. Von einer Kontrolle der zwar in Rechnung gestellten, aber nicht einmal ansatzweise fertiggestellten Arbeiten durch einen Werkmeister von „Wiener Wohnen“ ganz zu schweigen. Und ein fragender Anruf der Mutter bei „Wiener Wohnen“ brachte laut deren Aussage mit dem Hinweis auf die „derzeitige Corona-Situation“ lediglich eine Vertröstung.
 
„Erst nachdem WIFF den Skandal im Juni aufgedeckt und auch die Tageszeitung ‚Heute’ darüber berichtet hatten, kam endlich Bewegung in die Sache. Einem ’Wiener Wohnen‘- Lokalaugenschein folgte die Sanierung der Baustelle, allerdings weigerte sich ‚Wiener Wohnen‘ nicht nur, die bei den Arbeiten beschädigte Duschtasse (siehe Beweisfoto) zu erneuern, sondern befand auch, dass man während der Arbeiten durchaus zwei Tage lang ohne das vom Kanalstrang abgeschlossene WC auskommen könne“, schildert WIFF-Bezirksrat das aus seiner Sicht völlig inakzeptable Verhalten von „Wiener Wohnen“.
Letztlich sei es erforderlich gewesen, das „Büro für Sofortmaßnahmen“ bei der Magistratsdirektion um Einschreiten zu ersuchen. „Dort hat man sich in Person von Michael Rotbauer des Falles wirklich vorbildlich angenommen und ‚Wiener Wohnen‘ umgehend dazu veranlasst, nicht nur die beschädigte Duschtasse zu erneuern, sondern auch eine Generalreinigung der Wohnung durchzuführen“, zollt Schimanek Rotbauer und dem gesamten „Büro für Sofortmaßnahmen“ Dank und Anerkennung.
 
„Auch ein Antrag auf Zinsminderung für die Monate Dezember 2020 bis Juli 2021 wurde eingebracht. Sollte diesem Antrag nicht entsprochen werden, scheuen wir keinesfalls davor zurück, Bürgermeister Ludwig, seines Zeichens Ex-Wohnen-Stadtrat, sowie seine Ressort-Nachfolgerin und Vizebürgermeisterin Gaal (beide SPÖ) vor den Vorhang zu holen. Immerhin sind ja beide die den ’Sumpf Wiener Wohnen’ verantwortlich“, so Schimanek abschließend mit der Frage nach der Dunkelziffer ähnlicher Fälle, „in denen die betroffenen Mieter trotz massivst beeinträchtigter Lebensqualität einfach nicht wissen, wohin sie sich erfolgversprechend um Hilfe wenden können und sich daher duldsam ihrem Schicksal ergeben“