Nach WIFF-Aktivität und HEUTE-Bericht: 88- und 86jährige Gemeindemieterinnen bekamen ihre beschlagnahmten Rollatoren rasch wieder zurück

Bereits drei Tage nachdem ihnen von Wiener Wohnen ihre im Gemeindebau Justgasse 29 im Stiegenhaus zusammengeklappt deponierten Gehhilfen nach dem gewaltsamen Abzwicken der Sicherungskette im wahrsten Sinne des Wortes beschlagnahmt worden waren, strahlen die beiden Pensionistinnen Hermine N. (88), rechts im Bild und Edith W. (86) wieder. „Gleich sieben Personen von Wiener Wohnen standen am Tag nach Erscheinen des HEUTE-Artikels vor unseren Türen und versprachen die kostenlose Rückgabe unserer Gehilfen und ein Abstellhütterl vor dem Stiegeneingang. Und warum wir denn WIFF um Hilfe ersucht haben, haben die Herren wissen wollen“, so Edith W.

Die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald, die dieses unmenschliche Verhalten von Wiener Wohnen nach dem Hilferuf der beiden Betroffenen öffentlich gemacht (siehe auch HEUTE vom 8. September) und die Verantwortlichen auch mittels eines Appells an Wohnen-Stadtrat Ludwig zum sofortigen Einlenken bewogen hatten, haben den beiden alten Damen ihre Rollatoren, die sie zuvor aus einem Wiener Wohnen-Lager abgeholt hatten, drei Tage nach der Wegnahme wieder zurück gebracht.

„Besonders freuen wir uns alle, dass Wiener Wohnen den WIFF-Vorschlag verwirklicht und zum Abstellen der Gehilfen vor dem Stiegeneingang eine kleines, versperrbares Hütterl aufstellen wird. Hier darf es aber keinesfalls bei einem Einzelfall bleiben, solche Hütten sollen bei Bedarf überall aufgestellt werden und auch zum Abstellen von Kinderwagen geeignet sein“, fordert Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.

Ursache für die Entfernung der beiden Gehilfen war laut Wiener Wohnen die Gesetzeslage, die ein Freihalten von Fluchtwegen in Wohnhäusern regelt. „Im gegenständlichen Fall war man aber ‚päpstlicher als der Papst‘, zumal die Durchgangsbreite im Stiegenhaus trotz abgestellter Rollatoren größer war, als die Breite der Hauseingangstür. Dass diese nur nach innen zu öffnen ist, sei nur nebenbei erwähnt“, so WIFF-Bezirksrat Ossi Turtenwald. Er verweist auch auf Stiegenhäuser in der selben Wohnhausanlage, in denen an der Wand montierte Postkästen deutlich weniger Durchgangsbreite belassen, als dies bei den beiden Rollatoren der Fall war.

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Fotos: Leopold Chromy, Gerhard Doppler