„Südmährenplatz“, die „unendliche“ Geschichte – WIFF fordert: „Raus mit dem altkommunistischen Mief aus den Rathausstuben!“

Nach Ende des 2. Weltkrieges sind viele Sudetendeutsche auch aus Südmähren vor den dort wütenden und mordenden kommunistischen Horden nach Österreich geflüchtet. Darunter auch viele Überlebende des berüchtigten „Brünner Todesmarsches“, bei dem Tausende Sudetendeutsche ums Leben gekommen sind.

Viele der Flüchtlinge haben auch in Floridsdorf eine neue Heimat gefunden und waren an der Entwicklung des Bezirkes beteiligt bzw. sind deren Nachkommen noch immer hier tätig. Was also lag näher, als nach rund 70 Jahren sozusagen als Anerkennung für die für Floridsdorf erbrachten Leistungen ehemaliger Südmährer und im Gedenken der Opfer im künftigen Wohngebiet zwischen Koloniestraße und Ödenburgerstraße (ehemalige Roigkgründe) einen kleinen Platz als „Südmährenplatz“ zu benennen.

 

Ein diesbezüglicher Antrag der FPÖ wurde nach Beschlussfassung in der Floridsdorfer  Bezirksvertretung zur Begutachtung an Kulturstadtrat Mailath-Pokorny übermittelt. – Die ablehnende Beurteilung des Floridsdorfer Ansinnens kam allerdings völlig unerwartet und warf ein deutliches Bild, welche Denkungsart bei manchen Herrschaften im Wiener Rathaus nach wie vor herrscht. Da war „von zu unterlassenden Handlungen, die potenziell Missverständnisse zur Folge haben könnten“, die Rede. Oder davon, dass „man der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik in Tschechien Zeit geben“ solle. Jedenfalls lehne man die Benennung einer Verkehrsfläche in „Südmährenplatz“ derzeit ab.

 

Die Folge: Der Floridsdorfer Benennungswunsch wurde aufgrund dieser Beurteilung durch die MA 8 auch vom zuständigen Gemeinderatsausschuss abgelehnt. „Diese Entscheidung konnte seitens der Sudetendeutschen Landsmannschaft so nicht akzeptiert werden und auch wir von WIFF haben Fakten gesammelt, die diese Entscheidung des Gemeinderatsausschusses ad absurdum führen“, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und zählt die Fakten auf: „Abgesehen davon, dass prominente Österreicher u. a. wie die Bundespräsidenten Renner und Schärf oder der ehemalige NÖ-Landeshauptmann Ludwig aus Südmähren stammen, sind – offenbar im Gegensatz zum Wiener Rathaus – auch im offiziellen Tschechien die damaligen Gräueltaten an den Sudetendeutschen  längst als große Schuld anerkannt. Und am Gedenkmarsch der Österreichischen Sudetendeutschen Landsmannschaft vom Massengrab ermordeter Südmährer in Borlitz über 20 Kilometer nach Brünn hat sich im Vorjahr sogar der Brünner Oberbürgermeister Petr Vokal und der tschechische Bischof Crkle an der Spitze einer Delegation der Stadt Brünn beteiligt. Auch die tschechische Jugend hat die Untaten ihrer Vorfahren längst aufgearbeitet und als Verbrechen erkannt“. –

Diese und noch mehr Fakten wurden dem Wiener Gemeinderat übermittelt. Zur Ehre der Verantwortlichen ist aber letztlich anzuerkennen, dass der Ausschuss angesichts der unwiderlegbaren Fakten in einer neuerlichen Sitzung den Floridsdorfer Antrag doch positiv beurteilt und die Beendung eines ‚Sudmährenplatzes‘ genehmigt hat“. – Schimanek abschließend: „Dieser Vorfall beweist, dass es höchste Zeit ist, den in manchen Rathausstuben noch immer wahrnehmbaren ‚altkommunistischen Mief‘ aus den altehrwürdigen Gemäuern endlich hinauszublasen!“ – PS: Für diesen Ausspruch ‚altkommunistischen Mief‘ erhält Schimanek in der jüngsten Sitzung des Bezirksparlaments vom Vorsitzenden Dr. Nachtnebel einen „Ordnungsruf“, „den ich mit Fassung zur Kenntnis genommen habe“, so Schimanek.