Neben Jedleseer Großwohnbau: „Horrorszenario“ in Kleingartensiedlung

Seit neben der Muster-Kleingartenanlage „Im Äugl“, Ecke Äugelgasse / Josef Rustongasse in Jedlesee, die Bauarbeiten für das von der „Hart+Hart Bauträger GmbH“ in Auftrag gegebene und vom Generalbauunternehmer Porr auf einem relativ schmalen Grundstück zu errichtende Großprojekt mit insgesamt 69 Wohnungen gestartet wurden, hat der 80jährige Erwin B. in seinem unmittelbar an die Baustelle angrenzenden Siedlungshaus keine ruhige Minute mehr.

„Seit kurzem senkt sich der Boden vor dem Haus, Steinplatten brechen ein, der angebaute Stiegenaufgang zum Hauseingang samt Vorplatz löst sich von der Hausmauer und zuletzt musste ich auch schon Risse im Mauersockel selbst feststellen“, zeigte sich der Pensionist, dem der schmucke und idyllische Kleingarten samt Wohnhaus sein ‚Ein und Alles‘ ist, der Verzweiflung nahe, als er WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek die bisher entstandenen Schäden präsentierte.
 
Dazu Schimanek: „Wir werden jetzt dafür sorgen, dass ein gerichtlich beeideter Bausachverständiger ein detailliertes Gutachten erstellt, mit der Baufirma selbst ist der Kontakt bereits hergestellt worden. Ich hoffe, dass dieser Fall ohne Einschaltung der Gerichte positiv für Erwin B. erledigt werden kann“, so die vorläufige Bilanz des WIFF-Bezirkspolitikers, der zugleich heftige Kritik an den geltenden Bestimmungen von Flächenwidmung&Bauordung übt: „Wie ist es möglich, eine solche Wohnhausanlage unmittelbar an eine gewachsene Kleingartenanlage so heranzubauen, dass die künftigen Wohnungseigentümer von ihren Balkonen aus den Kleingärtnern etwa beim Essen auf den Terrassen bis in den Magen blicken können? Hier besteht für die nach der Wahl 2020 ab Oktober in Wien regierenden Polkt-Granden jedenfalls sofortiger Handlungsbedarf – vor allem auch zum Schutz der gewachsenen Wiener Gartensiedlungsstruktur!“