Neue Marktordnung: „Verordnete“ Öffnungszeiten von 15 bis 18 Uhr stoßen auf heftigen Widerstand – Standler rufen Verfassungsgerichtshof an – Floridsdorfer Marktkaufleute: „Im Ernstfall sperren wir ganz zu!“

Weil die mit 1. Oktober in Kraft tretende neue Wiener Marktordnung von jeweils Dienstag bis Freitag verpflichtende Öffnungszeiten der Stände zwischen 15 und 18 Uhr vorschreibt und bei Verstößen empfindliche Strafen vorsieht, haben sich kürzlich zahlreiche Wiener Marktkaufleute zusammengeschlossen und wollen die nach Rechtsmeinung ihres Anwalts „verfassungswidrige Bestimmung“ beim Höchstgericht anfechten. Vor allem bei Floridsdorfer Marktlern ist „Feuer am Dach“.

„Die Stadt Wien und das Marktamt haben Jahre und Jahrzehnte untätig zugeschaut, wie auf unserem Schlingermarkt ein Stand nach dem anderen zweckentfremdet wurde und auch sonst ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Uns hingegen will man jetzt zwingen, an frequenzlosen Tagen wie etwa Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag statt wie derzeit bis 14.30 Uhr, künftig bis 18 Uhr geöffnet zu halten, obwohl der Umsatz aufgrund unserer Erfahrung in dieser Zeit nicht einmal die Personalkosten abdeckt“, so verärgerte Marktkaufleute zu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, der zu vermitteln versucht: „Man sollte die Aussagen von traditionellen Marktkaufleuten wie etwa Rudolf Schuller (Pferdefleischer), Peter Neumeister (Obst&Gemüse) oder Andreas Trailer (Fleischer), im Falle von Zwangsmaßnahmen seitens des Marktamtes ihre Stände zuzusperren, durchaus ernst nehmen. Reaktionen seitens des Marktamtes wie: ‚…dann kommen eben andere…‘ sind da eher kontraproduktiv. Viel eher würde beispielsweise ein von WIFF längst vorgeschlagenes Pilotprojekt mit einer einstündigen Gratsiparkzeit in den Kurzparkbereichen um den Floridsdorfer Markt und die verpflichtende Öffnung der zur Zeit missbräuchlich genutzten Marktstände von 8 – 14.30 Uhr bringen. Und mit einem gemeinsam mit den Marktkaufleuten erarbeiteten Werbekonzept könnte man letztlich auch die gewünschte tägliche Öffnungszeit bis 18 Uhr erreichen. Wir von WIFF helfen da gerne mit!“. –
Bild 1: Geschlossene und nur als Auslieferungslager bzw. missbräuchlich genutzte Marktstände.
Bild 2: Auch diese Marktkaufleute unterstützen das von WIFF vorgeschlagene Pilotprojekt einer einstündigen Gratisparkzeit in der Kurzparkzone beim Floridsdorfer Markt.