NEUES FLORIDSDORFER KRANKENHAUS: SCHLAMPIGE AUSSCHREIBUNGEN, IGNORIERTE BOMBEN- UND ÖLWARNUNGEN…

NEUES FLORIDSDORFER KRANKENHAUS: SCHLAMPIGE AUSSCHREIBUNGEN, IGNORIERTE BOMBEN- UND ÖLWARNUNGEN UND FALSCHE STANDORTWAHL FÜHREN ZU MASSIVEN ZEITVERZÖGERUNGEN UND ZU EINER KOSTENEXPLOSION.

Vor rund 10 Jahren begannen im Wiener Rathaus die intensiven Aktivitäten um den geplanten Bau des SMZ Nord, des neuen Floridsdorfer Krankenhauses. Um zu verhindern, dass sich bei der europaweiten Ausschreibung auch dubiose Konsortien etwa aus Portugal, Spanien oder England beteiligen konnten, mussten die Bieter auch geeignete Grundstücke zur Verfügung stellen. Damit sollte garantiert werden, dass möglichst nur österreichische Unternehmen Anbote legen könnten. Was durch das erste Bieterverfahren auch bestätigt wurde.

Eine Anbietergruppe (VAMED / Raiffeisen) stellte Grundflächen beim Stammersdorfer Heeresspital zur Verfügung, auch der Grundeigentümer – das Bundesministerium für Landesverteidigung für die Republik – gab sein Einverständnis, wäre doch eine Integrierung des Heeresspitals in das neue SMZ Nord zielführend gewesen.

Die Firma Siemens als zweiter Anbieter schickte als KH-Standort die ehemaligen Paukergründe an der Siemensstraße ins Rennen.

Der dritte Anbieter (ÖBB / PORR) bot in seiner Ausschreibung als Standort das ÖBB-Gelände um die Lehrwerkstätte an der Brünner Straße (jetziger Standort) an.

Als „Sieger“ bei dieser „europaweiten“ Ausschreibung gingen ÖBB / PORR hervor. Zuvor hatte die zuständige Stadträtin Brauner keinerlei Interesse an dem für Floridsdorf wohl sinnvollsten Standort beim Heeresspital gezeigt.

Schon damals hatte der heutige Obmann von WIFF – Wir für Floridsdorf vor einem Standort auf dem ÖBB-Gelände gewarnt, war doch der damals dort situierte Eisenbahnknoten samt Raffinerie während der letzten beiden Kriegsjahre mit wahren Bombenteppichen belegt worden. Zudem wurden an dem nunmehr als Spitalstandort gewählten Areal die Öl-Kesselwaggons gereinigt. Die in den Waggons verbliebenen Öl- und Ölschlammreste wurden dort einfach in große ausgehobene Gruben ins Erdreich „entsorgt“. Kein Wunder, dass für das nunmehr bereits in Bau befindliche Krankenhaus nicht mehrere Ebenen als Tiefgarage errichtet werden können…

Doch noch einmal bot sich der Stadt Wien die Chance für einen Standortwechsel, hatten die beiden unterlegenen Bieter (VAMED / Raiffeisen und Siemens) die Vergabe des Projektes an ÖBB / PORR beim Bundesvergabeamt beansprucht. Nach längerer Prüfung wurde letztlich von dieser Seite die Vergabe an ÖBB / PORR als nichtig erkannt, es musste also neu ausgeschrieben werden.

Somit gingen mehrere Jahre verloren, ehe eine neuerliche Ausschreibung erfolgte. Groß war dann das Erstaunen, dass sich nur noch eine Bietergruppe um den Zuschlag bemühte: Die drei Anbieter der ersten Ausschreibung hatten sich zu einem Konsortium vereinigt und sich auf den Standtort der ÖBB verständigt.

Offenbar hatte es zuvor „Signale“ gegeben, das ÖBB-Gelände sei als unverrückbarer Standort gewünscht…

Allerdings begannen im Wiener Rathaus ob der „selbst für die Stadt unerschwinglichen Kosten“ (O-Ton eines Rathaus-Mitarbeiters) bald die Köpfe zu rauchen. Und man entschied sich, auch die nunmehr zweite Ausschreibung aufzuheben. Was klarerweise einen neuerlichen – kostspieligen – Zeitverlust bedeutete.

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Von einem Fertigstellungstermin, der einstmals von Stadträtin Brauner sogar auf Plakaten mit dem Jahr 2011 angekündigt wurde, konnte natürlich keine Rede mehr sein. Und auch das zur Zeit als Eröffnungstermin genannte Jahr 2015 ist längst in weite Ferne gerückt.

Für WIFF – Wir für Floridsdorf-Obmann und Bezirksrat Hans Jörg Schimanek ist die „unendliche Geschichte“ um das neue Floridsdorfer Krankenhaus jedenfalls deutlicher Beweis für die Sorg- und Ahnungslosigkeit mancher Verantwortlicher im Wiener Rathaus. „Und vielleicht kommt noch ans Tageslicht, warum sich Brauner&Co. so massiv auf das für einen Krankenhausneubau untaugliche ÖBB-Gelände festgelegt haben“, so Schimanek.