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Nordrandsiedlung: Baurechtsverträge enden mit 31. Dezember 2017 – Kostenexplosion bei Neuverträgen lassen Bewohner verzweifeln – Die „Doppelmoral“ von Stadtrat Ludwig…

In der Nordrandsiedlung stehen so manche zumeist schon im fortgeschrittenen Alter befindliche Siedler vor schier unlösbaren Problemen. Sie bewohnen in ihrem Eigentum befindliche Häuser, der Grund und Boden, auf dem diese stehen, gehört hingegen der Stadt Wien. Doch das vor vielen Jahrzehnten eingeräumte Baurecht endet nunmehr am 31. Dezember 2017.
Viele Bewohner waren in den letzten Jahren finanziell in der Lage, ihre Baurechts-Grundstücke von der Stadt Wien zu kaufen. Um mehr als 500.– Euro pro Quadratmeter! Je nach Größe der Fläche um bis zu 600.000.– Euro! Wem dazu das nötige Kleingeld fehlte, der steht – wie etwa der 76jährige Walter Magschitz – heute praktisch vor dem Nichts. Er hat lediglich die Wahl, einer Verlängerung des auslaufenden Baurechtsvertrages und einer Erhöhung des jährlichen Baurechtszinses von derzeit 1.200 Euro jährlich auf 15.500.– Euro zuzustimmen, oder das 779 m2 große Grundstück am 31. Dezember dieses Jahres in komplett geräumtem Zustand an die Stadt Wien zurückzustellen.
„Weder kann ich mir bei meiner Rente den geforderten jährlichen Baurechtszins leisten, noch den Abbruch meines Hauses“, so Magschitz zu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, der sich danach umgehend in die Entstehungsgeschichte dieses und anderer Fälle einlas. Sein Resümee: Die Nordrandsiedlung in Leopoldau ist ein Beispiel dafür, wie man mit harter Arbeit aus einem unbebauten Brachland schmucke Parzellen und Einfamilienhäuser und damit eine lebenswerte Wohngegend schaffen kann. Ab Mitte der 30er-Jahre hatten sich hier zumeist ärmere Stadtbewohner ihre neuen Heime geschaffen. 1940 errichtete die „Gemeinnützige Kriegersiedlung der National-Sozialistischen Kriegsopferversorgung Ges.m.b.H“ u. a. im Bereich des Gerlosplatzes für Kriegsopfer eine Mustersiedlung. Die Grundstücke wurden damals  – wie auch anderswo in der Nordrandsiedlung – von der Stadt Wien mittels bis 31. Dezember 2017 währender Baurechtsverträge vergeben. Nach Kriegsende wurden die Verträge im Laufe der Zeit von der neuen Wiener Stadtregierung übernommen und noch im Jahr 2016 bot man den Bewohnern seitens der Stadt Wien den Kauf der Baurechtsgründe zum Preis von mehr als 500.– Euro pro Quadratmeter oder eine Vertragsverlängerung an. Heuer erfuhren jene Bewohner, die bis dahin nicht gekauft hatten, per Brief, dass ein Kauf nunmehr nicht mehr möglich sei. Es gebe nur noch zwei Varianten: Eine Vertragsverlängerung mit einem künftigen jährlichen Baurechtszins in Höhe zwischen 14.000.– und mehr als 18.000.–  Euro (gegenüber bisher rund 1.200.– Euro pro Jahr), je nach Grundstücksgröße – oder eine Übergabe des Grundstücks in von allen Fahrnissen geräumtem Zustand an die Stadt Wien.
So wie die Betroffenen ist auch WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek empört über die Vorgangsweise der Stadt Wien. „Da verschleudert etwa Wohnen-Stadtrat Ludwig (SPÖ) das knapp 1.500 m2 große Areal des ehemaligen Floridsdorfer Weisselbades unter Zugrundelegung der beim Neubau erzielten rund 4.000m2 Wohnnutzfläche inkl. Gassenlokal um rund 220.– Euro pro Quadratmeter an eine SPÖ-nahe Wohnbaugenossenschaft und legt sozusagen als Zubrot mit der Städtischen Bücherei noch einen Dauermieter für das an diesem Ort wohl nur schwerstvermietbare große Gassenlokal drauf. Auf der anderen Seite fordert Ludwig von jene Leuten, die aus der Nordrandsiedlung über Jahrzehnte ein Paradies geschaffen haben, Wucherpreise. Hier hätte sein Chef, Bürgermeister Häupl, dringenden Handlungsbedarf und könnte vor seinem angekündigten Ausscheiden aus dem Amt noch einmal etwas grundlegend Gutes tun!“, so Schimanek an die Adresse des Wiener Stadtoberhauptes.