Groß-Demo gegen Postamt-Schließung in Leopoldau

Fast 100 LeopoldauerInnen demonstrierten am 19. August gegen die Schließung ihres Postamtes am Leopoldauer Platz.

Zahlreiche LeopoldauerInnen protestierten am 19. August gegen die Schließung des Postamtes Leopoldau. Mit dabei auch WIFF-Bezirksrat Hans-Jörg Schimanek, der die Proteste unterstützt: „Unsere Post soll nicht in der Türkei Firmen kaufen, sondern etwas für die Menschen hier tun. Wir fordern das Postamt zu erhalten. Auf gar keinen Fall darf das Postamt Leopoldau schließen, ohne dass es hier einen Postpartner-Betrieb gibt.“  Obwohl Vertreter aller Floridsdorfer Parteien eingeladen waren, erschien außer dem WIFF-Bezirksrat nur ein Vertreter der SPÖ.

Auch die Krone berichtet:

Unter den Fotos finden Sie den Rückblick auf die Ereignisse in Leopoldau.

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Empörung in Leopoldau wegen Postamtschließung: WIFF mahnt beim Post-General soziale Verpflichtung ein. „Solange kein Postpartner gefunden wird, bleibt das Postamt bestehen!“, lautete das Postversprechen an die Leopoldauer Bevölkerung vor etwa zwei Jahren. Im Vorfeld hatte damals WIFF – Wir für Floridsdorf eine Resolution initiiert, mit der sich die Floridsdorfer Bezirksvertretung gegen die Schließung weiterer Postämter im Bezirk aussprach. Jetzt kümmert sich das Postmanagement nicht im Geringsten um diese Entscheidung der Bezirksvertreter, das Postamt auf dem Leopoldauer Platz wird Ende August geschlossen.

 „Die Herrschaften in der Post-Generaldirektion haben offenbar vergessen, dass Gewinnmaximierung nicht alles ist in einem Sozialstaat. Die Post hat auch eine gewisse soziale Verantwortung gegenüber den Schwächsten in unserem Land!“, sagt WIFF–Bezirksrat Ossi Turtenwald. „In Leopoldau gibt es nicht nur einige Betriebe, hier leben auch sehr viele ältere Menschen. Sie alle müssen jetzt Pakete, die der Briefträger nicht zustellen konnte, im Postamt Großfeldsiedlung abholen. Das sind ganze vier Autobushaltestellen, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist!“ – Das Postamt Leopoldauer Platz selbst übersiedelt in die BAWAG-Filiale Rennbahnen – drei Busstationen vom Leopoldauer
Platz erntfernt.
Post-Leop Kopie
Als einen „Schlag ins Gesicht speziell der älteren Generation gegenüber“ bezeichnet BR Turtenwald die jüngste Presseerklärung des Generaldirektors  der Post. Man habe im letzten Geschäftsjahr 100 Mio € Gewinn erwirtschaftet, im nächsten Jahr wolle man diesen Erfolg zumindest wiederholen bzw. durch Straffungsmaßnahmen noch weiter ausbauen. „Und das alles auf Kosten besonders der älteren Generation und der mittlerweile oft gereu geschundenen Postmitarbeiter an der Basis. Wo da Betriebsräte und Gewerkschaft bleiben, ist mir ein Rätsel!“, schließt Turtenwald.