Ortsbildverschandelung in Stammersdorf ein „Kriminalfall“?

Rund 1.200 Bewohner und Heurigenbesucher von Stammersdorf haben gegen die von ihnen als „Ortsbildverschandelung“ bezeichnete Fassadengestaltung für den geplanten Neubau in der Stammersdorfer Straße 10 unterschrieben. Auch Bezirksvorsteher Papai (SPÖ), der dieser Fassadengestaltung des Bauherrn (Österreichisches Siedlungswerk) ursprünglich zugestimmt hatte, ließ sich eines Besseren belehren und nahm Kontakt mit dem ÖSW auf. Das Ergebnis: „Eine Pflanzerei!“, sagen die Stammersdorfer. Denn tatsächlich hat sich der Bauherr lediglich zu einigen kleinen Korrekturen bereit erklärt (siehe Vergleichsfotos).

Für WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek bedarf dieser Fall einer eingehenden Prüfung durch übergeordnete und vor allem unabhängige Ortsbild-Experten, etwa des Bundesdenkmalamtes oder aus einem anderen Bundesland. „Die Herrschaften der hier tätig gewesenen MA 19, die einer solchen Fassadengestaltung in der Alt-Stammersdorfer Schutzzone zustimmen und auf der anderen Seite Hausbesitzern die Form der Dachziegel, die Färbung der Mauern oder der Fensterstöcke usw. vorschreiben, sollen einmal anderen Experten genau erklären, was sie vom Gleichheitsgrundsatz ‚Gleiches Recht für alle‘ halten und was sie sich bei ihrer Unterschrift unter den Bauakt gedacht haben, wollen sie die nicht gerade freundlichen Gerüchte nicht weiter köcheln lassen“, so Schimanek.
 
Er fordert BV Papai auf, vorerst einen von der Stadt Wien unabhängigen Altstadt-Experten etwa aus Salzburg oder Graz mit einer Prüfung des Sachverhaltes samt Expertise zu beauftragen. „Immerhin hat Papai mit seinem ‚Ja‘ zu dieser für die Stammersdorfer Schutzzone unpassenden Fassadengestaltung den derzeit gültigen Baubescheid ursprünglich mit verursacht!“
 
Die Fotos (Österreichisches Siedlungswerk) zeigen die Fassade vor und nach der „Umplanung“…