Pensionistenheim Jedlersdorf: Rätsel um Inventarliste nach Todesfall

Als Frau Gabriele B. nach dem Ableben ihrer im Spital verstorbenen Schwiegermutter als Bevollmächtigte deren seit sechs Jahren bewohntes Appartement im Pensionistenheim Jedlersdort („Häuser zum Leben“) betreten wollte, wurde ihr das mit dem Hinweis auf „Corona“ verwehrt. „Da habe ich mir noch nichts gedacht. Erst als ich dann die Inventarliste mit den meiner Schwiegermutter gehörenden Utensilien erhielt, wurde ich stutzig. Da fehlten nämlich eine ganze Reihe von Gegenständen aus ihrem Besitz“, erzählt Gabriele B. im Gespräch mit WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.
 
Anläßlich ihrer ersten Beschwerde in der Zentrale von „Häuser zum Leben“ erfuhr Frau B., dass man dort aus Jedlersdorf ebenfalls nur die ihrer Meinung nach unvollständige Liste erhalten habe und diese bereits an den Verlassenschaftsnotar weiter gegeben habe.
 
„Den Hinweis, man werde jetzt auch den ebenfalls bevollmächtigten Sohn der Toten, meinen Mann, informieren, habe ich dann nur noch sarkastisch mit den Worten kommentiert: ‚Das können Sie gerne auf dem Stammersdorfer Friedhof erledigen, dort liegt er nämlich bereits seit 2017.“, so Gabriele B. und schildert noch eine ganze Reihe höchst aufklärungsbedürftiger Vorfälle. Erst auf Nachfrage in der Direktion in Jedlersdorf und der Zusage, man werde den Sachverhalt prüfen, erhielt sie schließlich eine handschriftlich ergänzte Inventarliste (1 Rollator, 1 Rollstuhl, 1 Fußtrainingsgerät, 2 Spiegel, 1 Blumentisch, 1 Vorzimmerkästchen, 1 Metallregal und 1 Hocker).
 
Für WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek sind die „Erlebnisse“ von Frau B. durchaus dazu angetan, seitens der Kontrollorgane eine Überprüfung in Jedlersdorf anzuordnen. „Es war offenbar nicht zielführend, die Leitung der Heime in Jedlersdorf und in der Großfeldsiedlung einer einzigen Person zu übertragen. Ich will ja niemand etwas unterstellen, aber dass die Verstorbene nicht einmal eine Geldbörse mit zumindest etwas Kleingeld oder ein kleines Schmuckstück wie einen Ring besessen haben soll, erscheint zumindest seltsam. Frau Gabriele B. ist jedenfalls jederzeit bereit, Kontrollorganen hier Rede und Antwort zu stehen“, so Schimanek abschließend.– Foto: Franz Hödl.