Polizisten werden zu „Geldeintreibern“ degradiert – „50er“-Kontrollen auf Freilandstrecken statt in Wohngebieten

Immer häufiger sieht man im Wiener Stadtgebiet Funkwagen und auch verdeckte Radarfahrzeuge nicht dort im Einsatz, wo solche Kontrollen besonders sinnvoll wären – nämlich in verbauten Gebieten. Vielmehr werden die Beamten „von oben“ angewiesen, auf städtischen Freilandstrecken oder autobahnähnlichen, mehrbahnigen Straßen Jagd auf Autofahrer zu machen, die das Limit von 50km/h überschreiten.

Foto: Hödl.

Bevorzugte Standorte in Floridsdorf sind etwa die Verbindungsbrücke zwischen Brünner Straße und Leopoldauer Straße oder – wie im Bild ersichtlich – die Seyringer Straße und die vierbahnige Siemensstraße durch das Gewerbe- und Industriegebiet. „Die Beamten selbst sind über diese ihnen angeordneten Standorte nicht glücklich, viele von ihnen fühlen sich als Geldeintreiber für das klamme Staatsbudget mißbraucht“, weiß WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek nach zahlreichen Kontakten mit Polizeibeamten. „Tempolimits sind einzuhalten, aber in unverbauten Bereichen Radar-Schwerpunkte zu setzen, während in Wohngebieten mit Tempo-30-Zonen Tempobolzer ungestraft rasen können, versteht kein Mensch. Kein Wunder, wenn Polizeibeamte dann bei der Bevölkerung als Abzocker in Verruf geraten!“ –

Schimanek fordert daher die Verantwortlichen in der Polizeidirektion auf, ihre Einsatzpläne für Radarkontrollen gründlich und nach vernünftigen Gesichtspunkten zu überarbeiten.