Post als “Raubritter”: Euro 9,90 Gebühr für Bareinzahlungen auf ‘fremde’ Bankkonten.

Seit 4. November muss es sich die Österreichische Post AG gefallen lassen, vom Volksmund als “Wucherer” betitelt zu werden. Seit diesem Tag nämlich wird Kunden, die am Postschalter eine Barüberweisung auf ein ‘postfremdes’ Konto tätigen, pro Einzahlung eine Bearbeitungsgebühr von sage und schreibe Euro 9,90 abgeknöpft.

Nach mehreren Bürgerbeschwerden hat daher WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek die Probe aufs Exempel gemacht: “Ich habe zur Sicherheit gleich an den Post&PSK-Schaltern zweier Postämter jeweils eine Spende in Höhe von Euro 10.- an ein Kinderhospiz in Form von Bareinzahlungen zur Überweisung gebracht. Und tatsächlich: Pro 10 Euro Spendenbetrag wurden mir noch jeweils 9,90 Euro an Bearbeitungsgebühr abgeknöpft. Übler hätten es die alten Raubritter auch nicht machen können”, ärgert sich Schimanek über diese neue Schröpfmethode von Post&PSK.
 
Betroffen sind von dieser Unverhältnismäßigkeit vor allem viele ältere und weniger begüterte Menschen. Viele bezahlen ihre diversen Vorschreibungen oft in zum Teil monatlichen Raten und sind vielleicht körperlich oder aus räumlichen Gründen gar nicht in der Lage, selbst ihre/eine Bank aufzusuchen. Sie geben daher speziell im ländlichen Raum ihre Zahlscheine oft ihrem Briefträger zur Bareinzahlung beim Postschalter mit. Und wenn der oder die Betroffene dann nicht über ein PSK-Konto der Post verfügt, werden pro Überweisung eben 9,90 Euro fällig.
 
“Wir fordern Post-General Pölzl daher auf, dieser ‘Wuchermethode’ umgehend ein Ende zu setzen. Es kann nicht angehen, dass man selbst Millionen-Boni als Leistungsprämien kassiert und auf der anderen Seite speziell ältere und finanzschwache Bürger wie etwa Mindestrrenter oder Bezieher der Mindestsicherung durch unverhältnismäßige Gebühren praktisch zwangsweise zwecks Erzielung guter Konzernergebnisse zur Ader lässt. Die Post – und auch der Bund als Eigentümer – sollten sich rasch wieder ihrer ehemals sozialen Verantwortung erinnern!”, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek abschließend.