Sanierung der Wohnhausanlage Aistgasse / Kainachgasse wird zum Kriminalfall

Sanierung der Wohnhausanlage Aistgasse / Kainachgasse wird zum Kriminalfall. Mieter berichten über seltsame Vorgänge während der Bauarbeiten.
Die Sanierung der städtischen Wohnhausanlage Aistgasse/Kainachgasse entwickelt sich immer mehr zu einem dringend aufklärungsbedürftigen Kriminalfall. Nach den Ungereimtheiten bei den veranschlagten Kosten (WIFF hat die Machinationen mehrfach aufgezeigt) und den tumultartigen Mieterversammlungen von Wiener Wohnen (WIFF war mit Mieter-Vollmachten dabei) treten nun immer neue seltsame Fakten zutage.
Hier ein kleiner Auszug aus den Schilderungen von Bewohnern, die sich zur Zeit mit deutlich erhöhtem Mietzins konfrontiert sehen, wodurch bereits rund 50 Mieter mangels Leistbarkeit der Vorschreibungen ausziehen mußten:

1. Für die Errichtung der – wie von Wohnen-Stadtrat Ludwig und Wiener Wohnen auch schriftlich angeführt – „behindertengerechten“ Aufzüge wurden entsprechend hohe Förderungsgelder lukriert. Tatsächlich erwiesen sich die Angaben in den Förderanträgen eindeutig als vorsätzlich falsch. Die Aufzüge halten nämlich lediglich in den jeweiligen Halbstöcken, sodass Behinderte – zum Teil mit Rollstuhl oder Rollator – von ihren Wohnungen entweder acht Stufen hinauf, oder acht Stufen hinunter müssen, um den Lift zu erreichen. Argument von Wiener Wohnen: „Die Aufzüge sind behindertengerecht, weil sie eine entsprechende Türbreite und Kabinentiefe aufweisen“…– „Hier erübrigt sich wohl jedes weitere Wort. Da gibt es nur eines: Da muss das Kontrollamt her!“, so WIFF-Parteiobmann Hans Jörg Schimanek.

2. Vor Monaten haben die Mieter Zentralschlüssel erhalten. Diese sollten jeweils Wohnung, Haustor, Keller, Radabstellraum und Müllinsel sperren. Tatsächlich sperrten die Schlüssel lediglich Wohnung und Haustor. Auf den Austausch der übrigen Schlösser hatte man vergessen. Erst diese Woche wurde der Mißstand behoben.

3. Die neuen Balkone erweisen sich als Wasserfälle. Sie wurden derart ausgeführt, dass bei Regen das Wasser jeweils vom oberen Balkon auf den darunter befindlichen Balkon fließt. Überdies wurden die Balkone derart schlecht verfliest, dass sich trotz Gefälles stets Wasserpfützen bilden.

4. Bei diesem Punkt ist ebenfalls das Kontrollamt, zudem aber auch die Kriminalpolizei dringend erforderlich.

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Hier die Schilderung einiger Mieter aus eigener Beobachtung:

Beim Fenstertausch wurden die ausgebauten funktionsfähigen Fenster auf LKW verladen, die defekten Fenster wanderten in die bereitgestellten Abfallkontainer.

Dämmplatten für die Wärmedämmung der Häuser wurden per Lkw geliefert. Zwei Tage später wurde dann ein Teil der noch verpackten Dämmplatten und Leisten auf die Dachgalerie eines Kastenwagens mit ausländischem Kennzeichen verladen.

Diesbezügliche Beschwerden der Mieter wurden vom Bauleiter Ing. Kramer (Heimbau) mit den Worten: „Wir haben ja auch noch andere Baustellen“ beantwortet. Ein weiterer Beschwerdeführer erhielt von Kramer die Aufkunft: „Das stimmt ja alles nicht!“ und eine Mitteilung an Wiener Wohnen wurde mit „Das stimmt sicher nicht!“ beantwortet.

Angesichts solcher Praktiken fordert WIFF – Wir für Floridsdorf eine sofortige Prüfung durch das Kontrollamt der Stadt Wien samt Einschaltung der Kriminalpolizei.

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