Schandfleck „ES-Einkaufsspitz“ wurde zum Sandler-Domizil – WIFF warnt: „Gefahr im Verzug!“ und schaltet „Büro für Sofortmaßnahmen“ ein.

Auf dem Areal des „ES – Einkaufsspitz“ Ecke Brünner Straße / Angerer Straße könnten eigentlich längst Abbruchfirmen tätig sein, um diesen Schandfleck im Floridsdorfer Bezirkszentrum zu beseitigen und einem modernen neuen Projekt Platz zu machen. Leider haben die – auch bei der Staatsanwaltschaft anhängigen – Insolvenzen um die vom Floridsdorfer Bezirksvorsteher Papai einst so hochgelobte „WienWert“-Gruppe und ihre Finanzjongleure den hochtrabenden Plänen ein jähes Ende bereitet.
 
Und statt der Abbruchbagger findet man im „ES“ jetzt immer mehr Personen auch aus verschiedenen anderen Ländern, die einfach ehemalige Geschäftslokale und Büroräume als willkommene Gratis-Bleiben in Beschlag genommen haben. Viele haben sich in dem Gebäude geradezu häuslich niedergelassen. Es wird speziell in den Abendstunden gekocht, gegessen und getrunken, wie umher liegende Abfälle schließen lassen.
 
„Das leer stehende Gebäude sollte allerdings ohne Schlüssel unzugänglich sein, statt dessen fanden wir bei unserem Lokalaugenschein neben aufgebrochenen Türen sogar einen eigenen ‚Müllplatz‘ auf dem Garagendeck, wo die illegalen Bewohner ihren Restmüll deponieren. Lediglich der ebenfalls gewaltsam aufgebrochene Geschäftseingang in der Brünner Straße scheint optisch wieder verschlossen. Notdürftig verklebt allerdings nur mit Plastikfolien und Klebebändern“, so Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und Raimund Nowak nach einem Lokalaugenschein.
 
Schimanek fordert daher eine sofortige Behebung der Mißstände: „Man stelle sich nur vor, Betrunkene hantieren in dem Gebäude mit offenem Feuer – wie das auch mit Sicherheit der Fall ist. Ich erinnere da nur an den Brand in einem leider frei zugänglichen abgestellten Waggon auf dem Bahngelände an der Angerer Straße, bei dem Obdachlose vor wenigen Jahren bei lebendigem Leib verbrannt sind“, so der Bezirkspolitiker. Er hat daher den Sachverhalt umgehend an das Büro für Sofortmaßnahmen bei der Wiener Magistratsdirektion übermittelt. Begründung: „Gefahr im Verzug!“.
 
Fotos: Joschi Tuczai