Schwerstbehinderte Rollstuhlfahrerin aus Floridsdorf: „Schöne Worte von Häupl und Ludwig nicht mehr als heiße Luft!“

„Epilepsie, Augen-Amorose, Klaustrophobie, Höhenangst usw.“ attestieren Ärzte der 59jährigen Leopoldine B. aus Floridsdorf. Sie ist wegen der Folgen einer Bein-OP im Alter von zwölf Jahren seit nunmehr sechs Jahren an den Rollstuhl gefesselt. Die Frau lebt in der Brünner Straße in einer behindertengerechten Wohnung, die allerdings im 1. Stock gelegen ist. Ihre Höhenangst und die Klaustrophobie treiben der Frau allerdings bei jeder Fahrt mit dem Lift die Schweißperlen auf die Stirn. Daher war für Leopoldine B. die Freude riesengroß, als ihr eine Leidensgenossin ihre im Erdgeschoß befindliche, ebenfalls behindertengerechte, Wohnung anbot, weil sie ausziehen wollte.
„Was Frau B. in der Folge erlebte, ist – ohne verallgemeinern zu wollen – ein Sittenbild übelster Sorte des Wiener Funktionärs-, Beamten- und Politapparates „, sagen die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald, die sich des Anliegens der Frau angenommen hatten. „Wir haben uns jedoch ganz im Hintergrund gehalten und waren nur beratend tätig, um nur ja zu verhindern, dass die Frau zu einem Politopfer wird, weil sie die ‚falschen Leute‘ um Hilfe gebeten hat“.Bohnstingl1

Mit Hilfe einer Bekannten der Frau wurden Wiener Wohnen, Wohnberatung Wien, Schlichtungsstelle und sogar Bürgermeister Häupl kontaktiert. Das Ergebnis: „Niederschmetternd!“, so Leopoldine B. – „Immer wieder musste ich neue Atteste beibringen. Und alle Bitten an Wiener Wohnen oder die Politik waren erfolglos. Denn als ich die geforderten letztgültigen Bestätigungen meiner Ärzte und sogar der Gebietskrankenkasse überreichte, kam von der Wohnungskommission die Antwort, man sehe keinen Grund, mich für eine Gemeindewohnung in Evidenz zu nehmen“…

„Diese Vorgangsweise ist skandalös, solche Herrschaften sind für die ihnen zugedachte, bezahlte, Tätigkeit in der Wohnungskommission offensichtlich ungeeignet!“, ist WIFF-Bezirksrat Ossi Turtenwald überzeugt. „Die Frau wollte nicht in Evidenz genommen werden, sondern lediglich aus ihrer Wohnung im 1. Stock in die frei werdende völlig gleichartige Wohnung im Erdgeschoß übersiedeln, was ihr ja von der dortigen Mieterin angeboten worden war“.

Mittlerweile ist die frei gewordene behindertengerechte Wohnung im Erdgeschoß wieder vergeben und Leopoldine B. wird weiterhin bei jeder Liftfahrt gegen Klaustrophobie und Höhenangst ankämpfen müssen.

WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek dazu an die Adresse von Bürgermeister Häupl und Wohnen-Stadtrat Ludwig als Verantwortlichen von Wiener Wohnen: „Beschränken Sie sich künftig nicht nur auf schöne Worte und gekaufte Jubelberichte in den Medien. Es genügt nicht, an Sie gerichtete Hilferufe lediglich an die jeweils zuständigen Abteilungen weiter zu leiten. Sie sollten sich auch darum kümmern, was aus diesen Fällen letztlich geworden ist. Nur dann werden sich Fehlleistungen dieser und ähnlicher Art tunlichst vermeiden lassen!“Leopoldine-B.