Siedlung Jedlesee: Ein Pfusch jagt den andern, die Bewohner verzweifeln und die Rathaus-Politik schweigt…

Der größte „Wiener Wohnen“-Sanierungsskandal der 2. Republik nimmt tagtäglich unfassbarere Formen an. Während die rund 3.000 Bewohner der Gemeindebau-Anlage in der Floridsdorfer Jedleseer Straße seit nunmehr 2014 auf einer Dauerbaustelle leben müssen, feiern die Pfuscher seit Jahren „fröhliche Urständ’“.

So wird seit kurzem auf einigen Hausdächern an der Erneuerung der Kaminhausgänge gearbeitet. „Leider haben die ‚Fachleute‘ aber vergessen, für die sorgfältige Abdeckung der Dachbaustellen gegen Regen zu sorgen. Das Ergebnis: Den Mietern floß durch die Kamintüren eine dickflüssige braune Brühe direkt in die Wohnungen“, schildert der Sprecher zahlreicher Mieter, Artur Pavlasek, anlässlich eines gemeinsamen Lokalaugenscheines mit WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek die Situation.
 
„Aber auch durch die Decken gelangte Regenwasser von den schlecht abgedeckten Dachbaustellen direkt in die Wohnungen“, so Schimanek nach Besichtigung der Wohnungen von Ingrid G. und Harry Sch.
 
„Dass der SPÖ-Vorsitzende des Bezirksparlaments kürzlich einen WIFF-Antrag betreffend Mietzinsreduktion für die geplagten Mieter der Anlage nicht zur Abstimmung zugelassen und statt dessen auf den Gerichtsweg verwiesen hat, zeigt vom längst verlorenen gegangenen Naheverhältnis der ‚modernen’ Sozialdemokratie zu den Bürgern“, übt der WIFF-Lokalpolitiker erneut harte Kritik und fordert Bürgermeister Ludwig zu einem raschen Machtwort auf: „Immerhin war es ja Ludwig, der in seiner damaligen Funktion als Wohnen-Stadtrat schon 2014 in einem persönlich gezeichneten Rundschreiben den Sanierungsbeginn für das 2. Quartal des Jahres 2014 angekündigt hatte. Statt, wie vorgesehen im Jahr 2019, ist angesichts der katastrophalen Fehlleistungen von „Wiener Wohnen“ und des jeweiligen Baumanagements (Genossenschaft „Heimbau“ usw.) derzeit mit einem Sanierungsende erst 2024 zu rechnen. Bis dahin werden die Menschen in der Siedlung bar jeder Lebensqualität weiterhin auf einer unzumutbaren Dauerbaustelle leben müssen“, so Schimanek abschließend.