„Siemensäcker“: Arbeiten unter Lebensgefahr!

Die Praktiken um das „Rote Vorzeigeprojekt“, die neuen Wohnanlagen auf den sogenannten „Siemensäckern“ liefern nach Asbet-, Altlasten- und anderen Ungereimtheiten jetzt einen weiteren Skandal. Wie auf WIFF-zugespielten Fotos und einem kurzen Video zu sehen ist, erfolgt die Endreinigung eines im heurigen Herbst zu übergebenden Wohnblocks im Bauabschnitt A2, Selma Steinmetz-Gasse 6, unter akuter Lebensgefahr für die dort tätigen Arbeiter.

„Und zwar vor den – vermutlich abgewendeten – Augen der Bauaufsicht“, wie WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek überzeugt ist. „Wenn man Arbeiter – wie auf unseren Beweisfotos und dem Projekt-Symbolbild deutlich zu erkennen – auf Höhe des sechsten Stockwerkes ohne jede Sicherung die Fenster von der Außenwandseite her reinigen lässt, kann man von keinem Kavaliersdelikt mehr reden sondern, gelinde ausgedrückt, von ‚Beihilfe zum versuchten Selbstmord‘.
 
Hier muss aus meiner Sicht neben der Bauaufsicht und der beauftragten Bau- oder Reinigungsfirma auch der Bauträger selbst wegen verabsäumter Kontrollen zur Verantwortung gezogen werden“, ist der WIFF-Lokalpolitiker überzeugt. – Um den Schutz der Arbeiter rasch zu gewährleisten, wurden jedenfalls umgehend das „Büro für Sofortmaßnahmen“, die Baupolizei, das Arbeitsinspektorat und – „weil es sich ja um ein ‚rotes Vorzeigeprojekt‘ handelt“ – AK-Präsidentin Renate Anderl von der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter informiert.