Siemensäcker: Bürgerinitiative weiter kämpferisch – „Wenn nötig, gehen wir bis nach Strassburg zum EUGH!“

Die Bewohner der an die sogenannten „Siemensäcker“ angrenzenden Siedlung „Wolfsgrube“ in Leopoldau geben dem Druck der Behörden nicht nach.

„Wir beharren weiterhin auf einer Umweltverträglichkeitsprüfung, zumal unsere Siedlung im Grundwassereinzugsbereich des geplanten Großbauprojektes liegt und weil Teile davon jetzt entgegen früheren Zusicherungen des Bauträgers ‚Sozialbau‘ doch bis in diesen Bereich ragen werden. Damit ist für unsere Siedlung bei jedem Anstieg des Grundwasserspiegels verstärkte Überflutungsgefahr gegeben“, so BI-Sprecher Helmut Sommerer. Man fühle sich durch die Teilung des Großvorhabens in drei Abschnitte und damit die Vermeidung einer UVP auch von der Wiener Stadtpolitik hintergangen und werde zur Durchsetzung der Bürgerrechte – wenn erforderlich – bis zum Europäischen Gerichtshof gehen.
 
„Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Verbauung. Aber bis in den Grundwasserspiegel reichende Großbauten mit 35-Meter-Wohntürmen sind nicht akzeptabel, zumal ja nicht einmal das uns zugesagte und wohl selbstverständlich erforderliche Verkehrskonzept vorhanden ist“, so der BI-Sprecher. Unterstützt wird die Initiative von zahlreichen in einer Plattform zusammen gefassten Bürgerbewegungen mit ähnlichen Problemen aus ganz Wien.
 
Für WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek sind die Proteste aus der Siedlung Wolfsgrube voll und ganz nachvollziehbar: „Ich war vor Jahren anlässlich der durch heftige Regenfälle verursachten Überflutung weiter Siedlungsteile in vielen überfluteten Häusern und habe damals das Leid der verzweifelten Menschen kennen gelernt. Zudem gibt es seit damals täglich durchgeführte Messungen in einem Grundwasserbrunnen der Siedlung, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Und nicht zuletzt lässt auch die Verweigerung der Herausgabe eines ‚Hydrologischen Gutachtens‘ durch den Bauträger nicht gerade Positives erahnen!“.