Siemensäcker: Spruch des Bundesverwaltungsgerichts könnte finanzielles Debakel auslösen.

Die seitens des Bauträgers und der Magistratsabteilung 22 (Umwelt) für das Großbauvorhaben „Siemensäcker“ abgelehnte Forderung der dortigen Bürgerinitiative nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung liegt nunmehr beim Bundesverwaltungsgericht zur Entscheidung.

Doch trotz der für den Bauträger drohenden Gefahr einer Gerichtsentscheidung im Sinne der Bürgerinitiative wird an der Großbaustelle mit Hochdruck gearbeitet. „Zuletzt wurden wir am 5. März um fünf Uhr früh aus dem Schlaf gerissen. Durch das neuerliche Schlagen von Spundwänden bebten Wände und Inventar unserer Häuser“, so empörte Anrainer aus der Siedlung „Wolfsgrube“ im Gespräch mit WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.
 
Sie erinnern an die Zusagen von Sozialbau-Direktor DI Zechner anlässlich einer Bürgerversammlung am 1. September 2016, eine Betonmischanlage vor Ort zu errichten und den Grundwasserbereich unberührt zu lassen.
 
„Tatsächlich wurde bisher keine einzige Betonmischung vor Ort durchgeführt, vielmehr sorgen neben dem sonstigen Baustellenverkehr zahllose Betonmischfahrzeuge für ständige Schmutz- und Staubbelastung. Und zuletzt wurde – wieder einmal – tief in den Grundwasserbereich gebaggert“ empört sich BI-Sprecher Helmut Sommerer und wundert sich über das Risiko, welches die Bauträger auf sich nehmen: „Wenn das BVWG pro Umweltverträglichkeitsprüfung entscheidet, kann das durchaus heißen: Zurück an den Start und Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes der Siemensäcker. Was das bedeutet, mag ich mir gar nicht vorstellen. Das wäre dann nach dem SMZ Nord der zweite Großbauskandal in Floridsdorf, für den letztlich der Steuerzahler aufzukommen hat. Denn immerhin handelt es sich bei den Bauträgern ja um sogenannte Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften“, so Sommerer abschließend.