Siemensäcker: Stadtrat Ludwig als „Big Spender“ – Der SPÖ-Politiker sagt persönliche Übernahme des eventuellen Wertverlustes eines Siedlungshauses durch geplantes Großbauvorhaben zu.

Die Bewohner der Siedlung „Wolfsgrube“ fürchten durch das auf den benachbarten sogenannten „Siemensäckern“ – zwischen ihrer Siedlung und dem Siemens-Werksgelände – geplante Wohn-Großbauvorhaben der „Sozialbau“ nicht nur eine deutliche Verringerung ihrer Lebensqualität und die Beeinträchtigung des Grundwassers. Sie sind auch davon überzeugt, dass ihre Grundstücke und Siedlungshäuser in unmittelbarer Nähe von bis zu 35 Meter hohen Wohntürmen einen deutlichen Wertverlust erfahren werden.

Siedlersprecher Helmut Sommerer hat daher anlässlich eines Gesprächs mit Wohnen-Stadtrat Ludwig (SPÖ) in dessen Büro die Gelegenheit beim Schopf gepackt und den Politiker direkt mit dieser Frage konfrontiert. WIFF – von Sommerer dazu autorisiert – präsentiert daher hier den laut Sommerer genauen Wortlaut des Gesprächs:
 
Sommerer:
„Warum muss ich nach der Bebauung der Siemensäcker auf einen Gewinn meiner Liegenschaft verzichten? Mein Haus ist dann um ein Drittel weniger wert.“
 
Ludwig:
„Im Gegenteil, es ist mehr wert.“
 
Sommerer:
„Darf ich Sie als Makler beauftragen?“
 
Ludwig:
„Können Sie gerne. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen gerne einen Käufer in den nächsten 2, 5 oder 10 Jahren organisieren. Die Differenz zwischen dem, was es jetzt wert ist, und das, was wir dann einnehmen, gleiche ich aus. Vor Zeugen sage ich das. Sie können sich eine Jahreszahl aussuchen, 2, 5 oder 10 Jahre. Ich übernehme das Risiko. Obwohl es sich in diesen Jahren abwohnt, übernehme ich das Risiko auf die Differenz. – OK? Handschlag vor Zeugen.“
 
Dieses Gespräch fand laut Helmut Sommerer in Beisein von drei Zeugen (die Namen sind WIFF bekannt) statt.
 
Für die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald ist die Sorge der betroffenen Siedler ob eines möglichen Wertverlustes ihrer Liegenschaften durchaus nachvollziehbar. „Wenn 1.000 und mehr Wohnungen, noch dazu auch in 35 Meter hohen Wohntürmen, in unmittelbarer und fast greifbarer Sichtweite einer seit vielen Jahrzehnten bestehenden Wohnsiedlung errichtet werden, bedeutet das neben einer angesichts der Siedlungsüberflutung im Jahr 2010 durchaus möglichen Beeinträchtigung des Grundwasserhaushalts u. a. zugleich auch mehr Verkehr und Lärm. Ob sich Ludwig dann an seine Zusage wohl erinnern wird?“, so die beiden Bezirkspolitker abschließend.