Siemensstraße: Wird Asbestgefahr seitens der Umweltbehörde vernachlässigt?

Seit Anfang Mai werden die zuletzt als Flüchtlingsunterkünfte genutzten ehemaligen Betriebsgebäude nächst der S-Bahn in der Siemensstraße – gegenüber dem Siemens-Hauptgebäude – abgerissen bzw. saniert. Da diese Bauwerke in der „Hochblütezeit“ der Asbestverwendung in der Bauwirtschaft und bei Büroausstattungen errichtet wurden, lag auch für WIFF – Wir für Floridsdorf die Vermutung nahe, dass bei den Abbrucharbeiten gefährliche Asbeststoffe frei wurden bzw. werden (siehe Foto).

Da zudem auch die Schuttcontainer offen abgestellt waren, hat Helmut Sommerer die Umweltabteilung MA 22 mehrfach auf die Mißstände aufmerksam gemacht. Nach Begehungen bestätigte schließlich die MA 22 das Vorhandensein von asbesthaltigen Baustoffen, „insbesondere asbesthaligem Fliesenkleber, die Entsorgungsarbeiten entsprächen jedenfalls dem Stand der Technik und den abfallrechtlichen Vorschriften. Auch werde das zu entsorgende Material vorschriftsmäßig in dicht verschlossenen Säcken zwischengelagert“.
 
„Dass die Abfallcontainer Wochen lang unverschlossen auf der Baustelle standen, Säcke mit Asbestabfall aufgerissen umherlagen und Arbeiter ohne jeden Schutz an der Baustelle tätig waren, dürfte den ‚Umweltexperten‘ der MA 22 offensichtlich entgangen sein. Da Asbestschäden beim Menschen aber erst nach vielen Jahren spürbar werden und in vielen Fällen sogar zum Tod führen, werden die Verantwortlichen für den offensichtlich sorglosen Umgang mit der Gefahr wohl mit Sicherheit ungeschoren bleiben“, üben WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und Helmut Sommerer harte Kritik an den Abbruchfirmen und der Wiener Umweltbehörde.