Skandal um Platzbenennung in Floridsdorf: Zwanzig Meter langer und teilweise gesperrter Zufahrtsweg zum SILD-AGM-Markt auf „Südmährenplatz“ benannt.

WIFF-Schimanek: „Eine Verhöhnung von Karl Renner, Adolf Schärf und aller ermordeten oder vertriebenen Sudetendeutschen!“
Einen Eklat der Sonderklasse haben sich dieser Tage die „sogenannten Kultur- und Geschichtsexperten“ (O-Ton WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek) um Kulturstadtrat Dr. Mailath-Pokorny in Floridsdorf geleistet: Sie haben einen Antrag der Floridsdorfer Bezirksvertretung, in Erinnerung an die vielen 1945 ermordeten bzw. vertriebenen Südmährer, von denen gerade in unserem Bezirk viele am Aufbau Wiens maßgeblich beteiligt waren, einen Platz mit der Bezeichnung „Südmährenplatz“ zu benennen, dahingehend „erledigt“, indem sie die kaum zwanzig Meter lange, täglich ab 18 Uhr und an Wochenenden zur Gänze gesperrte Zufahrt von der Winkeläckerstraße zum SILD-AGM-Markt ‚heimlich, still und leise‘ ohne jede Öffentlichkeit zum „Südmährenplatz“ machten.

„Diese Standortwahl kommt einer Verhöhnung aller ermordeten und vertriebenen Sudetendeutschen und deren Nachkommen gleich, von denen derzeit allein in Wien rund 80.000 ansässig sind. Die einstigen SPÖ-Spitzen Karl Renner oder Adolf Schärf, ebenfalls aus Südmähren stammend, müssten sich im Grab nicht nur umdrehen, ob derartiger Praktiken ihrer parteipolitischen Nachfolger, sondern geradezu rotieren“, empört sich WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und erinnert daran, dass der Floridsdorfer Antrag zur Platzbenennung vorerst sogar abgelehnt und erst in einem zweiten Anlauf vom Wiener Gemeinderat beschlossen worden war: „Ursprünglich hat der zuständige Gemeinderatsausschuss die Platzbenennung mit der nachgerade peinlichen Begründung abgelehnt, man könne die tschechische Politik damit verärgern. Erst als Vertreter der Sudetendeutschen Landsmannschaft und wir von WIFF den Herrschaften klar machten, dass schon im Jahr 2015 bei der Erinnerungsveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages des Brünner Todesmarsches sogar der Bischof von Brünn und der Brünner Bürgermeister an der Spitze einer Delegation seiner Stadt sowie Vertreter der politischen Region Znaim in den Reihen der Sudetendeutschen mit dabei waren und sich öffentlich für die von ihren Landsleuten verübten Taten entschuldigt haben, wurde dem Benennungsantrag aus Floridsdorf in Ausschuss und Gemeinderat letztlich doch stattgegeben“. –

Schimanek abschließend: „WIFF fordert Stadtrat Mailath-Pokorny nachdrücklich auf, der Benennungsfarce umgehend ein Ende zu setzen, die bereits gesetzten drei Tafeln mit der Bezeichnung ‚Südmährenplatz‘ entfernen zu lassen und – wie vorgeschlagen –  im Zuge der Verbauung der sogenannten ROIK-Gründe zwischen Ödenburger Straße und Koloniestraße eine würdigere Verkehrsfläche für die Benennung ‚Südmährenplatz‘ zu nominieren“.