Skandal um „rote“ Wohnbaugenossen samt fristlosen Entlassungen – WIFF: „Es ist an der Zeit, auch die Vorgänge um den Verkauf des Weisselbad-Areals genau zu durchleuchten!“

Mit einem Knalleffekt endete die jüngste Aufsichtsratssitzung der auch in Floridsdorf tätigen „roten“ Wohnbaugenossenschaft BWS: Nachdem ein seit Dezember 2018 tätig gewesenes Kontrollgremium das Ergebnis seiner Untersuchungen u. a. auch rund um Grundstücksveräußerungen und Bewertungen von Immobilien auf den Tisch gelegt hatte, wurden Vorstandsvorsitzender und Ex-SPÖ-Nationalrat Wilhelm Haberzettl und dessen Vorstandskollege Andreas Hämmerle am Freitag, 15. Februar, vom Aufsichtsrat umgehend fristlos entlassen.

„Für beide Herren gilt natürlich die Unschuldsvermutung“, so die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald, die diesen ‚Urknall‘ im roten Wohnbaubereich jetzt zum Anlass nehmen, wieder einmal an die fragwürdigen Vorgänge rund um den Verkauf des Weisselbad-Areals Ecke Brünner Straße / Weisselgasse zu erinnern: „Immerhin hat der damalige Wohnen-Stadtrat und nunmehrige Bürgermeister Ludwig das Grundstück samt Abbruchgebäude in bester Lage damals zum Spottpreis von nur 909.000.– Euro an die ‚befreundete‘ Wohnbaugenossenschaft GEWOG verschleudert. Noch dazu ohne Ausschreibung! Und als zusätzliche ‚Morgengabe‘ und beträchtliche Wertsteigerung hat Ludwig seinen Genossen auch noch die Städtische Bücherei als Dauermieter für das ansonsten kaum an den Mann zu bringen gewesene Gassenlokal mitgeliefert“.
 
Nachdem WIFF bei anderen Wohnbauträgern Preisschätzungen für das Areal eingeholt hatte mit dem Ergebnis, dass für das Weisselbad bis zu 2,5 Millionen Euro zu erzielen gewesen wären, wurde eine diesbezügliche Sachverhaltsdarstellung an die Korruptionsstaatsanwaltschaft überreicht. Auch mit dem Hinweis, dass Ludwig auf den mit hohen Kosten verbunden gewesenen Erhalt einer Aussenmauer ‚als Erinnerung an das alte Bad‘ bestanden hatte, obwohl das Weisselbad, wie er dann selbst zugeben musste, nicht unter Denkmalschutz stand.
 
„Leider hat die Korruptionsstaatsanwaltschaft den Akt an die Wiener Staatsanwaltschaft zur Bearbeitung weiter gereicht, dort wurde der Fall nämlich umgehend ‚eingestellt‘, nachdem man uns beiden die namens der etwaig geschädigten Wiener Steuerzahler zuvor beantragte Privatbeteiligung an dem Verfahren abgelehnt hatte“, so Schimanek und Turtenwald abschließend.