Skandalumwittertes Rinterzelt wird 2018 abgerissen: Fehlplanung kostete Wiens Steuerzahler einstmals Hunderte Millionen

Nach rund 37 Jahren wird das sogenannte Rinterzelt am Rautenweg im 22. Bezirk u. a. wegen gravierender Feuchteschäden an der Holzkonstruktion ausgedient haben und abgerissen werden. Diese  Abfallbehandlungsanlage der Stadt Wien, 1980 auch mit Hunderten Millionen Förderungsgeld der Stadt Wien von der Rinter AG (Recycling International) errichtet und von Erbauern und der Wiener Stadtpolitik als „Non plus ultra“ der modernen „vollautomatischen Wertstoff-Rückgewinnung“ bejubelt, stellte sich allerdings schon ab den ersten Probeläufen 1981 als totaler Flop heraus. Jörg2-2016-KopieZwei Jahre später – 1983 – musste das „Millionenzelt“ wieder geschlossen werden. weil es „die gesetzlichen Anforderungen bezüglich der Gewinnung von Wertstoffen nicht erfüllte“. Die „politische Verantwortung“ für das Desaster übernahm der damals amtierende Bürgermeister Leopold Gratz… –  Erst 1986, nach einem wieder Millionen teuren Umbau, diesmal in Eigenregie durch die Stadt Wien, wurde das Rinterzelt erneut in Betrieb genommen. Statt der von den damaligen Wiener Politgranden vollmundig angekündigten vollautomatischen Mülltrennung und Wertstoffrückgewinnung geht es seither allerdings  „händisch zur Sache“.

WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, damals als ORF-Redakteur hautnah am Geschehen mit dabei, fordert Umweltstadträtin Sima auf, sich zu den Fehlern ihrer einstigen Vorgänger zu bekennen und die mit Sicherheit interessierte Öffentlichkeit über die komplette Geschichte des fast schon zu einem der optischen Wahrzeichen Wiens gewordenen Rinterzelt zu informieren. „Immerhin haben die Wiener Steuerzahler ja auch dafür bezahlt“, so Schimanek.
Rinterzelt