Stadträtin Sima & Co. als „Vorsatztäter“: Sie geben das historische Baujuwel „Villa Magdalenenhof“ auf dem Bisamberg dem Verfall preis

Stadträtin Sima & Co. als „Vorsatztäter“: Sie geben das historische Baujuwel „Villa Magdalenenhof“ auf dem Bisamberg dem Verfall preis. Die Stadt Wien investierte seit den 50-er Jahren keinen Groschen oder Cent in die Sanierung der Villa. Nach mutwilliger Kündigung des Pächters fehlen nun auch unbedingt notwendige Erhaltungsmaßnahmen. Eine subjektive Betrachtung aus der Sicht von WIFF-Parteiobmann Hans Jörg Schimanek!
Die jüngste Geschichte rund um das idyllisch gelegene historische Bauwerk auf dem Bisamberg, die „Villa Magdalenenhof“, artet langsam aber sicher zu einem echten „Kriminalfall“ aus. Dem  in der Zeit von Kaiser Franz Joseph in den Jahren 1911 bis 1912 von Architekt Rudolf Dengler errichteten „Jagdschlössl“ drohen Verfall und Abbruch.
Alte Aufnahme der Villa Magdalenenhof

Alte Aufnahme der Villa Magdalenenhof

Hauptursache dieses auch von einer breiten Öffentlichkeit als empörend empfundenen  „baulichen Dramas“ ist die unbestreitbare Tatsache, dass die Stadt Wien Gebäude und den dazugehörigen kleinen Park stets äußerst günstig vermietet bzw. verpachtet hatte mit der Auflage, dass die jeweiligen Pächter für die Erhaltung von Gebäude und Park aufkommen mussten. Damit wollte man damals vor allem einem langsamen Verfall des Gebäudes vermeiden.  Hingegen ist die Stadt selbst als Eigentümer ihren Sanierungsaufgaben in keiner Weise nachgekommen ist. Seit den 50-er Jahren wurde von den Verantwortlichen kein Schilling bzw. Euro in das Baujuwel investiert.
Lediglich der letzte Pächter, die Familie Sarsam, bemühte sich in den Jahren 1986 bis 2011, zum Teil sehr kostspielige Erhaltungsmaßnahmen zu setzen, um zumindest den Ist-Stand der „Villa Magdalenenhof“ zu erhalten. Immer wieder wurden in der Villa auch Hochzeiten und andere Feiern und Feste veranstaltet, an eine geregelte Gastronomie war jedoch ob den allgemeinen Fahrverbotes in der Senderstraße nicht zu denken. Zuletzt hatte die Pächterfamilie Sarsam den Plan, einen „Garten Bisamberg“ zu schaffen, um u. a. auch Schulklassen die Möglichkeit zu bieten, Flora und Fauna auf dem Bisamberg an Ort und Stelle zu erleben.
Doch dann kam der „Haubenwirt“ Gerer, ein „lieber Freund“ des Wiener Bürgermeisters Häupl…
Vorerst wurde das nächst dem Jagdschloß-Areal befindliche Gebäude des stadteigenen Landwirtschaftsbetriebes (hier sei die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines solchen stadteigenen Betriebes erlaubt) um mehrere hunderttausend Euro zu einem „Nobelrestaurant“ umgebaut, in das sich Bürgermeisterfreund Gerer sozusagen zum „Nulltarif“ hineinsetzen durfte. Lediglich eine geringe Miete wurde vorgeschrieben, die Höhe des Betrages wird von der Wiener Stadtpolitik „aus Datenschutzgründen“ nach wie vor verschwiegen.
Kurz darauf kam es zur Kündigung des Pachtvertrages für das Jagdschloß Magdalenenhof – die Familie Sarsam sei als Pächter ihrer Sanierungspflicht nicht nachgekommen, so Stadträtin Sima als Vertreterin der Stadt Wien. Und hinter vorgehaltener Hand hieß es, dass das Jagdschloss zu einem kleinen, aber feinen Nobelhotel – natürlich unter  der Führung von Reinhard Gerer, umgebaut werden solle.
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Doch die Pächterfamilie Sarsam wollte die Kündigung nicht akzeptieren, war doch die Stadt Wien ihre Sanierungspflicht Jahrzehnte lang nicht wahrgenommen. So kam es letztlich zur Räumungsklage, der sich die Familie Sarsam letztlich beugte, um einen teuren und für sie unleistbaren Prozeß mit der Stadt Wien zu vermeiden.
Doch schon wenige Monate danach musste der angebliche künftige Hotelier Gerer erkennen, dass sein Restaurant auf dm Bisamberg ohne gestattete Zufahrt keine Überlebenschance haben würde. Denn die ihm bei Vertragsunterzeichnung laut eigenen Aussagen versprochene Öffnung der Senderstraße kam nicht. Und so kam es schließlich, wie es kommen musste: Gerer verschwand von der Bildfläche, nicht ohne der Stadt Wien entsprechende Schulden (Kanal- und Wassergebühr, Miete, Rechnungen des städtischen Weingutes Cobenzl für gelieferte Bouteillenweine usw.) zu hinterlassen.
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Jetzt hatte die Stadt Wien plötzlich zwei „Baustellen“: Ein leeres, auf Kosten der Wiener Steuerzahler „freunderlwirtschaftlich“ auf neu getrimmtes Nobelrestaurant – und ein verlassenes Jagdschloss Magdalenenhof, in dem seit dem zwangsweisen Auszug des Pächters im Jahr 2011 auch keine nennenswerten Erhaltungsmaßnahmen vorgenommen wurden.
Und weil man im Büro der Stadträtin Sima und der Wiener Forstdirektion nach wie vor „evaluiert“ und über die Zukunft des Jagdschlosses „nachdenkt“, nagt der Zahn der Zeit an dem historischen Bauwerk – nach heutiger Sicht wohl so lange, bis sich eine Sanierung aus baulicher Sicht als nicht mehr sinnvoll erweist.
Dann werden wohl die Bagger auffahren und Platz schaffen für die Errichtung eines Neubaues – ein Schelm, wer da an eine Bleibe für einen der „politischen Großköpfe“ Wiens denkt…