Stammersdorf: Mülltonne als „Doppelter Schildbürgerstreich“ – Nach WIFF-Kritik und HEUTE-Bericht folgte jetzt rasche Reaktion der MA 48.

Zur Einleitung hier unsere WIFF-Presseaussendung: Als die Müllmänner der MA 48 die große Papiertonne auf dem schmalen und vor allem einzigen Gehsteig in der Stammersdorfer Ragwurzgasse installierten, dürften sie mit ihren Gedanken schon beim Heurigen gewesen sein. Denn wenn auf der Fahrbahn Autos parken, ist diese Stelle für Mütter mit Kinderwagen und auf Rollstuhl oder Rollator angewiesene Menschen unpassierbar. Sie müssen – ob sie wollen oder nicht – auf die Fahrbahn ausweichen, zumal ja auf der gegenüber liegenden Straßenseite kein Gehsteig vorhanden ist.

„Das Problem – das eigentlich gar keines wäre – stellen die unterschiedlichen Grundeigentumsverhälnisse dar. Die Grünfläche neben dem Gehsteig gehört der Lebensmittelkette HOFER, der Gehsteig ist im Eigentum der Stadt Wien“, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek. „Nachdem unser WIFF-Antrag betreffend Abhilfe im Bezirksparlament ‚auf die lange Bank‘ zu geraten drohte, haben wir mit der Fa. HOFER Kontakt aufgenommen und dort die Bereitschaft eingeholt, der Stadt Wien ein Stück der Grünfläche für die Aufstellung der Abfalltonne kostenlos zur Verfügung stellen zu wollen. Einzige Bedingung von HOFER: Die Stadt Wien muss das Fundament und die Halterung herstellen und wegen der Haftungsfrage eine diesbezügliche Vereinbarung abschließen“, so der Bezirkspolitiker, für den die Sache positiv erledigt schien, nachdem er den Kontakt zwischen HOFER und der MA 48 hergestellt hatte. „Leider haben wir die Rechnung ohne den Wirt, in diesem Fall ohne die Bürokraten der Stadt Wien, gemacht. Denn diese haben auf diese angebotene Ideallösung mit der Begründung verzichtet: ‚Die Stadt Wien trifft grundsätzlich keine solchen Vereinbarungen‘. Eine Entscheidung, mit der sich die Verantwortlichen nahtlos in die lange Reihe beamteter Rathaus-Schildbürger einreihen. Auf Wunsch können wir die Nein-Sager gerne darüber aufklären, wie viele Vereinbarungen die Stadt Wien in den letzten Jahren getroffen hat, die sich für die Steuerzahler letztlich als Millionen-Flops herausgestellt haben“, zeigt sich Schimanek über diese doppelte Fehlleistung verärgert. – WIFF wird jedenfalls weiterhin aktiv bleiben, „denn der derzeitige Zustand ist eindeutig unzumutbar und vor allem gesetzwidrig“, so der Bezirkspolitiker abschließend.