Stammersdorf: „Verbauungslobby“ feiert „fröhliche Urständ’“

So wie in vielen anderen Siedlungsgebieten Floridsdorfs schreitet das „Zubetonieren“ oft kleinster Grundstücke in Form von Mehr- und Vielfamilienobjekten auch in Stammersdorf ohne Unterlass fort. So hat ein Bauträger bei der Baubehörde kürzlich ein Ansuchen auf Baubewilligung für das kleine Grundstück Ecke Santnergasse/Friedrich Manhart-Straße eingebracht.

Dort soll ein Wohnobjekt mit 15 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 9 Pflichtstellplätzen errichtet werden. In einem Info-Schreiben/Aushang vom 30. April bietet die Behörde Anrainern eine laut Wiener Bauordnung vorgegebene Frist von drei Wochen zur Einbringung etwaige Einwendungen gegen das Projekt. „Einwendungsgründe gibt es genug, doch wird man damit angesichts der trotz längst überfälliger Änderung von Flächenwidmungen und Bauordnung in Siedlungsgebieten nach wie vor gültigen Alt-Bestimmungen auf Granit stoßen“, ist WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek überzeugt.
 
„15 Wohnungen bedeuten zumindest 15 Autos bei lediglich neun Stellplätzen – allein hier zeigt sich die völlig realitätsfremde Gesetzeslage, für die u. a. Bürgermeister Ludwig (SPÖ) in seiner damaligen Funktion als Wohnen-Stadtrat und für die Wiener Bauordnung zuständig gewesen verantwortlich zeichnete“, so die Kritik des WIFF-Lokalpolitikers, der abschließend an die WIFF-Forderung anlässlich der jüngsten Wien-Wahl erinnert: Floridsdorf soll nicht mehr wachsen! –
 
„Leider haben damals beispielsweise in Stammersdorf deutlich mehr als 50% der Wahlberechtigten auf die Abgabe ihrer Stimme verzichtet und damit vielfach unbewusst die nunmehr regierende Koalition unterstützt, zugleich aber die Arbeit der Opposition deutlich erschwert“.
– Fotos: Raimund Nowak.