Stammersdorf: WIFF fordert sofortigen Anschluß einer großen Wohnhausanlage an das öffentliche Kanalnetz

Es ist einer Weltstadt wie Wien unwürdig: In Stammersdorf in der Brünner Straße 340 ist eine große Wohnhausanlage noch immer nicht an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Die Entsorgung erfolgt oft mehrmals pro Tag mittels Gülle-Wagen eines privaten Entsorgungsbetriebes. –Leidtragende sind die Anrainer in der rund 200 Meter entfernten Ragwurzgasse. Dort endet die Saugleitung der Senkgrube dieser Wohnhausanlage und von hier aus wird der Senkgrubeninhalt in die Tankwagen gepumpt.
Die Folge: Gestank und Blockierung der Ragwurzgasse bis zu 20 Minuten. Für die Anrainer heißt es, auch in der heißen Jahreszeit die Fenster geschlossen zu halten, will man sich nicht wie in einer Kloake vorkommen.
Kanal-Ragwurz1 Kopie
„Jetzt reicht es!“, sagen die Betroffenen – und finden Unterstützung bei WIFF–Wir für Floridsdorf. Denn bei den WIFF–Recherchen kamen schier unglaubliche Fakten zutage: Weil laut Gesetz die Entfernung zum nächsten Kanalanschluß zu weit war, mußte die Wohnhausanlage bei der Errichtung nicht an das Kanalnetz angeschlossen werden. Dagegen wurde eine Saugleitung genehmigt, die bis in die weiter entfernte Ragwurzgasse reicht. Dass aber die Ragwurzgasse über einen aufnahmefähigen Kanal verfügt, wurde damals nicht berücksichtig. Statt des laut Gesetz nicht erzwingbaren Kanals wurde einfach der gleich lange Saugkanal genehmigt. Und das sogenannte „Tüpfchen auf dem i“: Die Stadt Wien subventioniert die Gülleabfuhr der Wohnhausanlage mit rund 60 Euro pro Tonne, rund 30 Euro müssen die Bewohner bezahlen.

„Mit dieser Sch…Subvention muß jetzt Schluß sein!“, ist auch WIFF–Obmann BR Hans Jörg Schimanek überzeugt. Er fordert eine komplette Überprüfung des Sachverhaltes. „Entweder man verlegt statt des Saugkanals einen Abwasserkanal, oder es besteht auch die Möglichkeit, vom Senkgrubenstandort einen Kanal unter der Brünner Straße ohne Beeinträchtigung der Fahrbahn ‚durchzuschießen‘ und dort in den öffentlichen Kanal einzumünden. „Und nicht zuletzt wird auch zu prüfen sein, wie es an dieser Stelle die Baugenehmigung für eine große Wohnhausanlage ohne verpflichtenden Kanalanschluß geben konnte“, so Schimanek an die Adresse der Wiener Baubehörde.