Stammersdorfer Kellergasse: Täglich 2.800 Fahrzeuge

Stammersdorfer Kellergasse: Täglich 2.800 Fahrzeuge – Geschwindigkeit zwischen 15 und 85 km/h!

Kellergasse-Kopie

Der idyllische Schein trügt. Am Morgen und ab etwa 15 Uhr präsentiert sich die Stammersdorfer Kellergasse als stark frequentierte Verbindung zwischen Niederösterreich und Wien.

Die idyllische Stammersdorfer Kellergasse präsentiert sich – leider – nicht nur als idealer Verweilplatz bei einer der Buschenschanken. Die Gasse wird auch täglich von rund 2.800 Fahrzeugen frequentiert, deren Lenker zum überwiegenden Teil mit mehr als der erlaubten 30 km/h unterwegs sind. Sehr zum Leidwesen der Heurigengäste, Heurigenwirte und Spaziergänger. Seit Jahren wird über verkehrsberuhigende Maßnahmen diskutiert, geschehen ist bislang aber praktisch nichts.

Fakt ist, dass die bisher letzte Messung (gemessen wurde in der Zeit vom 8. bis 21. Oktober 2012) folgende Werte erbracht hat:
15 – 30 km/h: 6.740 Fahrzeuge (18,77%)
35 – 50 km/h: 28.497 Fahrzeuge (79,34%)
55 – 70 km/h: 670 Fahrzeuge (1,86%)
75 – 85 km/h: 9 Fahrzeuge (0,03%).

Die meistgefahrene Geschwindigkeit betrug 35 km/h (11.740 Fahrzeuge)
Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h (1 Fahrzeug).

Dazu die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek  und Ossi Turtenwald:
„Die Durchfahrt durch die Kellergasse lediglich Anrainern zu gestatten, ist bestenfalls der unerfüllbare Wunschtraum einiger weniger Leute. Die einzige Möglichkeit, bei den Kraftfahrern mehr Disziplin zu erreichen oder sie zu veranlassen, die Kellergasse als Abschneider zu meiden, sind rigorose, aber verdeckte Geschwindigkeitsmessungen. Es würde schon genügen, zwei Wochen lang täglich während der Verkehrsspitze am Morgen und ab 16 Uhr verdeckte Radarmessungen durchzuführen, denn erwischt würden zumeist immer die selben Leute. Wenn die Raser dann nach einiger Zeit tagtäglich von der Behörde einen ‚blauen Brief‘ samt saftigem Strafbescheid im Briefkasten vorfinden, wird’s mit der Raserei durch die Kellergasse für längere Zeit vorbei sein. Solche Messungen, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, würden mit Sicherheit wahre Wunder wirken“.

Ich-neu2 KopieKurze Anektote zum „Tempo 30“ in der Kellergasse
von WIFF-Parteiobmann Hans Jörg Schimanek (links)

Vor vielen Jahren – noch zu Zeiten von Verkehrsstadtrat Heinz Nittel und Bezirksvorsteher Kurt Landsmann – galt in der Stammersdorfer Kellergasse noch Tempo 50. Schon damals sehr zum Leidwesen von Heurigenwirten, Gästen und Spaziergängern. Doch selbst der damaligen Bezirksvertretung gelang es nicht, bei der MA 46 eine Tempo 30-Zone zu erwirken. Laut Straßenverkehrsordnung sei da einfach nichts zu machen, hieß es. Da griffen Bezirksvorsteher Kurt Landsmann und ich als Chefredakteur der Floridsdorfer Bezirkszeitung zu einer kleinen List. Wir beide luden den damaligen Verkehrsstadtrat Heinz Nittel zu einem Lokalaugenschein in den Garten der Buschenschank von Pepi Stöger. Zuvor – und davon wusste Landsmann nichts – hatte ich drei Freunde dazu bewogen, zu einer bestimmten Zeit, als Stadtrat Nittel, der Bezirksvorsteher und ich beim Glaserl Wein in der Laube der Buschenschank saßen, je zweimal mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit beim Stöger-Heurigen vorbei zu rasen. Das hat dann prompt gewirkt – Stadtrat Nittel war richtig geschockt und einige Wochen später hatten die Kellerschenker ihre Tempo-30-Zone…