StR. Ludwig’s „Märchen vom günstigen Wohnen“ im Betriebsbaugebiet – WIFF: „So werden Steuermillionen verschleudert!“

30 Millionen Euro hat Wohnen-Stadtrat Ludwig für sein jüngstes Liebkind, das Projekt „Temporäres Wohnen“, aus dem Steuertopf der Stadt geholt, um – wie er stolz verkündet – „leistbaren Wohnraum“ zu schaffen. Derzeit entstehen daher genau dort, wo laut Wiener Bauordnung die Errichtung von Wohnraum nicht erlaubt ist, Wohnungen „auf Zeit“. Denn nach spätestens zehn Jahren müssen diese auf für Gewerbe oder Industrie gewidmeten Flächen errichteten Wohnbauten entweder abgerissen oder – wie Ludwig in Aussicht stellt – zu Büroflächen umgewandelt werden. So will es das Gesetz.

 
In Floridsdorf steht derzeit mit „Home 21“ auf dem Betriebsbaugebiet an der Siemensstraße 142 ein solches Projekt mit insgesamt 241 Wohnungen zwischen 40 und 80 m2, errichtet von der Kallco-Gruppe, vor der Fertigstellung. Ein gleiches Projekt mit 100 Wohnungen wird in der Donaustadt, Podhagskygasse, errichtet. Dort baut – fast möchte man es als selbstverständlich betrachten – die schon seit Jahren oft umstrittene SPÖ-nahe Wohnbaugenossenschaft „Siedlungsunion“ 100 solcher „temporärer“ Wohnungen.– WIFF hat das Floridsdorfer Projekt von einem Experten begutachten lassen, dessen Berechnungen – gelinde gesagt – erstaunliche Fakten liefern:
 
Auf 12.000m2 Nutzfläche werden an der Siemensstraße 241 Wohnungen und diverse Sozialeinrichtungen gebaut. Baukosten: 16,1 Mio Euro – oder im Durchschnitt 66.800.– Euro pro Wohnung. – Förderung mit Steuergeld: 7,2 Mio Euro, oder im Durchschnitt knapp 30.000.– Euro pro Wohnung. „Da wäre es gescheiter, würde die Stadt Wien jedem Wohnungswerber – sofern er österreichische Staatsbürger ist, wohlgemerkt – 30.000.– Euro Baukostenzuschuss für eine Genossenschaftswohnung finanzieren. Dann hätten die Leute eine im Vergleich etwa mit dem Zins für Gemeindewohnungen eine monatlich deutlich günstigere Bleibe. Und zwar für immer – und nicht nur für die Dauer von zehn Jahren“, meinen dazu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und der langjährige Mietervertreter Gerard Doppler.