„Tarnen und Täuschen“: Wien löst Bürgerdienst auf Polizei soll als „Lückenfüller“ herhalten

 

Nur die treuesten Anhänger der rot&grünen Rathaustruppe schwören auf Zufall. Die Stadtregierung hat nämlich die „Eingliederung“ ihres Bürgerdienstes  in das „Büro für Sofortmaßnahmen“ just zu dem Zeitpunkt öffentlich werden lassen, als seitens der Wiener Polizei die Einführung sogenannter „Grätzel-Polizisten“ angekündigt wurde. Bis 1. März 2017 sollen in ganz Wien hundert solcher Beamten tätig sein, die „enger mit der Bevölkerung zusammenarbeiten“ sollen. „Grundsätzlich ist der ‚Grätzel-Polizist‘ ja keine schlechte, wenn auch nicht neue, Idee. Schon in den Achtziger-Jahren hat die Polizei in Wien unter Präsident Dr. Karl Reidinger und Generalinspektor Günther Bögl den sogenannten ‚Kontaktbereichsbeamten‘ nach Berliner Muster eingeführt, später aber wieder aufgelassen. Wenn die finanzmarode Stadtregierung aus Einsparungsgründen aber nunmehr – wie es scheint – die Agenden des Bürgerdienstes auf die Polizei überwälzen will, ist niemand gedient. Die Bürger werden ihrer zuletzt immer besseren Anlaufstellen beraubt und die Polizei ist schon jetzt ‚dank‘ der überbordenenden Bürokratie bei gleichzeitiger personeller Unterbesetzung längst an ihre Leistungsgrenze gelangt“, kritisiert WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek aufgrund täglicher Erfahrungswerte die Auflassung des Bürgerdienstes in den Bezirken.

 

Verwundert zeigt sich der Bezirkspolitiker auch über den Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl, der seine Führungskräfte in der Exekutive auffordert, ihren Mitarbeitern den nötigen Freiraum für ihren „Bürgerdienst“ zu geben. „Pürstl müsste doch wissen, dass seine Leute allein mit sicherheitspolizeilichen Agenden längst mehr als ausgelastet sind“, so der Bezirkspolitiker.
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